Kapitulation und Attentat auf Lincoln - wissenschaft.de | DAMALS
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Die unvermeidliche Niederlage
Die militärische Überlegenheit des Nordens wurde immer drückender. Im April 1865 kapitulierte General Robert E. Lee in Appomattox. Präsident Lincoln überlebte den Sieg nur um Tage, er fiel einem Attentat zum Opfer. Der Widerstandsgeist des Südens war aber noch lange nicht gebrochen.
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von MICHAEL HOCHGESCHWENDER
Mit dem Ende der Schlachten von Gettysburg und Vicksburg im Juli 1863 war der Amerikanische Bürgerkrieg militärisch entschieden. Die Konföderation war durch den Vormarsch der Unionstruppen in zwei Teile gespalten worden, und die Armeen des Südens hatten jede Möglichkeit verloren, wieder dauerhaft in die Offensive zu gelangen. Damit war auch New Orleans, der wichtigste Hafen der Konföderierten, endgültig verloren, was weiteren, dringend benötigten militärischen Nachschub aus Großbritannien, Frankreich und Österreich erheblich erschwerte. Überdies hatte sich der russische Zar Alexander II. offen an die Seite der Union gestellt.
Gewiss, es galt weiterhin der Satz, dass die Union gewinnen müsse, während es für den Süden ausreichte, nicht zu verlieren. Dennoch zeichnete sich die Niederlage der Rebellen drohend am Horizont ab, da zudem die Chance schwand, von den europäischen Großmächten als kriegführende Partei anerkannt zu werden. Und nach innen wurde es immer schwieriger, die verbliebenen Reste des sowieso nie besonders stabilen konföderierten Staatswesens beisammenzuhalten und von Richmond aus zu regieren.
Warum also weiterkämpfen und noch mehr Verluste an Soldaten, Zivilpersonen und Material in Kauf nehmen? Die Antworten auf diese Frage fielen, je nach Person und Umständen, ganz unterschiedlich aus und schwankten zwischen rationalem Kalkül und völliger Irrationalität. Durchaus vernünftig war eine weitverbreitete Überlegung, an die sich viele Hoffnungen knüpften: Aus der Unionspresse wusste man im Süden nur zu gut, wie unbeliebt Präsident Lincoln war. Es bestand deshalb eine gewisse Wahrscheinlichkeit einer Wahlniederlage des Mannes, der wie kein anderer die Einheit der Union zu seinem politischen Hauptziel gemacht hatte.
Seinen Republikanern, allen voran den radikalen Abolitionisten um Kriegsminister Edward Stanton (1814–1869), galt er dennoch als entscheidungsschwach, nachgiebig und eher mäßig intelligent. Selbst die moderaten und konservativen Republikaner waren von ihrem Kandidaten nicht sonderlich überzeugt, hielten ihn aber angesichts der Möglichkeit eines radikalen Abolitionisten für die erträglichere Alternative.
Lincolns Wiederwahl ist kein Selbstläufer
Die Demokraten wiederum waren ähnlich gespalten. Ein Teil von ihnen, die „Kriegsdemokraten“, unterstützten Lincoln. Ihr Anführer Andrew Johnson aus dem Sklavenstaat Tennessee kandidierte sogar für das Amt des Vizepräsidenten an der Seite des republikanischen Präsidenten. Demgegenüber hatte sich eine Mehrheit der Demokraten, deren Hochburg in den bevölkerungsreichen Staaten New York und Pennsylvania lag, hinter den „friedensdemokratischen“ Kandidaten George McClellan geschart. Der General war zu Beginn des Kriegs Oberbefehlshaber der Unionsarmeen im Osten gewesen. Da er sich aber gar zu selten dazu durchzuringen vermochte, eine Schlacht zu schlagen, wurde er von Lincoln entlassen.
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Und obwohl sein Nachfolger Ulysses S. Grant inzwischen Erfolge um Erfolge erzielte, erfreute sich McClellan im einfachen Volk, vor allem bei irischen Katholiken, die glaubten, in diesem Krieg zugunsten englisch-protestantischer Profitinteressen verheizt zu werden, einer immensen Beliebtheit. Ein Teil der Bevölkerung hatte es Lincoln auch nicht verziehen, die Bürgerrechte, etwa den „Habeas corpus Act“ und die Pressefreiheit, aufgehoben zu haben.
So war denn das Wahlergebnis im November 1864 denkbar knapp. Lincoln gewann mit gerade einmal 400 000 Stimmen Vorsprung, dafür aber mit einer gewaltigen Mehrheit bei den Wahlmännern. Ausschlaggebend waren die Stimmen der Soldaten gewesen, gleichgültig, ob Veteranen oder im aktiven Dienst. Unter ihnen genoss Lincoln einen unglaublich guten Ruf, nicht nur wegen seines unermüdlichen Einsatzes für die Wiederherstellung der USA, sondern als Father Abraham, als gütiger und fürsorglicher Vater seiner Soldaten, denen er so oft es ging etwa die Todesstrafe bei Fahnenflucht ersparte.
Obendrein hatten die Republikaner mit den Union Leagues – Verbänden, die eifrige Lobbyarbeit unter den Soldaten betrieben – einen schlagkräftigen Propagandaapparat in der Truppe aufgebaut. Unterstützt wurde dieser durch staatliche, aber von den Republikanern kontrollierte Institutionen im Bereich der Soldaten- und Verwundetenfürsorge. Auf diese Weise wurde unter den Soldaten Lincolns Bild systematisch idealisiert.
Das allein hätte aber wohl kaum ausgereicht. Die Soldaten wollten schlicht nicht umsonst gekämpft haben, sondern ebenfalls die Einheit der Union wiedergewinnen, selbst wenn sie mehrheitlich nicht zwingend für ein Ende der Sklaverei kämpften. Ihre Siegeszuversicht hatte im September 1864, zwei Monate vor der Wahl, einen neuen Höhepunkt erreicht, als es General William Tecumseh Sherman gelang, endlich Atlanta, die Hauptstadt Georgias und eine der größten und wichtigsten Städte der Konföderation, einzunehmen.
Mit Lincolns Sieg auf den Schlachtfeldern der Politik waren die rationalen Hoffnungen der Südstaaten an ihr Ende gekommen. Jeder weitere Kriegstag war nunmehr grundsätzlich sinnlos geworden. Tatsächlich löste sich die Moral der schlecht ausgerüsteten, schlecht verpflegten und deprimierten Regimenter der Konföderation zunehmend auf. Die Zahl der Desertionen stieg auf Rekordniveau. Im Hinterland flüchteten die Sklaven massenhaft von den Plantagen, sobald Unionstruppen sich näherten. Zum Entsetzen der Sklavenhalter verschwanden nicht allein Feldsklaven, sondern vorrangig die Haussklaven, die man für besonders loyal gehalten hatte.
Die Plantagenbesitzer hatten am Ende selbst an den Mondschein-und-Magnolien-Mythos geglaubt und sich für paternalistische Menschenfreunde gehalten, die sich um das Wohlergehen kindlicher Wilder kümmerten. Dieses Selbstbild zerbrach nun abrupt. Aus Paternalismus erwuchsen bitterer Hass und klägliche Furcht vor einer möglichen Rache der ehemaligen Sklaven.
Daher übernahm man jetzt im Süden die Propaganda der Friedensdemokraten im Norden, die mit einer wüsten rassistischen Kampagne vor der Sklaven-Emanzipation gewarnt hatten, indem sie das Märchen erfanden, die befreiten Sklaven würden umgehend weiße Frauen vergewaltigen und ihre ehemaligen Herren ermorden. Außerdem wurde spekuliert, die abolitionistischen Republikaner würden weiße Nordstaatlerinnen als Lehrerinnen in den Süden entsenden, um mit den einstigen schwarzen Sklaven eine hybride Mischrasse zu erzeugen, um die früheren Herren wahlweise zu vertreiben oder auszurotten.
Solche kruden Verschwörungstheorien machten allerorten die Runde und stachelten den letzten Widerstand in der Konföderation an. Die Gerüchte hatten kaum ein Fundament in der Realität. Zum einen sorgten die Unionsregimenter einigermaßen für Ordnung, zum anderen aber, und das war erheblich wichtiger, wollte sich die Mehrheit der entflohenen und befreiten Sklaven gar nicht rächen. Nicht nur waren sie meist strenge Christen, die an Nächstenliebe und Gewaltverzicht glaubten, sondern in erster Linie wollten sie ihre in alle Himmelsrichtungen zerstreuten Familien suchen und sich dann einem erträglichen Zivilleben als freie Menschen widmen.
Doch die Südstaatler hatten überdies Angst vor einem Strafgericht des siegreichen Nordens. Schließlich darf ein Aspekt nicht unterschätzt werden, den der in den USA lehrende Historiker Mihael Geyer einmal als „katastrophischen Nationalismus“ bezeichnet hat. Infolge der für moderne Kriege unabdingbaren Massenmobilisierung durch Propaganda fällt es Politikern und Zivilbevölkerung gleichermaßen schwer, trotz einer drohenden totalen Niederlage einen Ausweg aus einem laufenden Krieg zu finden. Emotionen setzen dann jede Form von Vernunft außer Kraft. Der Krieg wird zum Selbstzweck, weil niemand sich eingestehen will, sich womöglich von Beginn an geirrt zu haben. Man beginnt sogar, grausige Untergangsszenarien regelrecht zu zelebrieren.
Ein gutes Beispiel war der Nibelungenkult des untergehenden nationalsozialistischen Deutschland 1944/45. In genau dieser Phase des katastrophischen Nationalismus steigen dann regelmäßig die Opferzahlen unter Soldaten und Zivilisten der schwächeren Partei auf Rekordhöhen. Oft sterben dann mehr Menschen als in den Jahren zuvor.
So geschah dies auch im Süden der USA. Denn militärisch wendeten sich die Dinge weiter zuungunsten der Konföderation. Seit Juni 1864 banden rund 125000 Mann der Unionsarmee das Gros der Lee verbliebenen Truppen, insgesamt rund 60 000 Soldaten, bei Petersburg am Appomattox River im nördlichen Virginia. Petersburg war für die Verteidigung von Richmond von höchster strategischer Bedeutung, denn ein Fall der Festung würde den ungehinderten Zugang zur konföderierten Hauptstadt eröffnen, was militärisch wie politisch ein verheerendes Signal gewesen wäre.
Die Hauptlast der Verteidigung von Petersburg trugen dabei Einheiten unter dem Befehl von General Pierre Gustave Toutant (kurz P.G.T.) Beauregard aus Louisiana, also genau des Mannes, dessen Artillerieangriff auf Fort Sumter drei Jahre zuvor den Bürgerkrieg ausgelöst hatte. Nun war es ausgerechnet an ihm, mit dem letzten Aufgebot des Südens gegen eine numerisch und von der Ausrüstung her in jeder Hinsicht überlegene Streitmacht der Union anzutreten. Seine einzige Chance lag in der bedingungslosen Defensive.
Schon während des Krim-Kriegs (1854–1857) hatte man im Verlauf der schier endlosen Belagerung Sewastopols durch an sich überlegene westalliierte Truppen erkennen können, wie effektiv eine moderne defensive Kriegführung sein konnte. Die Kombination aus Artillerie, Vorläufern des Maschinengewehrs, Stacheldraht und Schützengräben, die bereits die Kriegführung des Ersten Weltkriegs vorwegnahmen, machte es jedem Angreifer extrem schwer. Die Unionstruppen verloren im Lauf der folgenden zehn Monate rund 42 000 Soldaten, die Konföderierten büßten rund 20000 Mann ein, weitere etwa 25000 Soldaten des Südens desertierten, um dem Grauen der Schützengräben zu entkommen.
Shermans erbarmungsloser Feldzug durch Georgia
Aber Petersburg war nicht der einzige Schauplatz, der im Blickpunkt der Militärs stand. Mit dem Fall Atlantas waren die Armeeinheiten General William Tecumseh Shermans (1820–1891) frei geworden, um sich nun daranzumachen, Tennessee und Alabama zu erobern. Die Widerstandskräfte des Südens waren gleichwohl noch nicht vollständig gebrochen. Die Unionsgeneräle John McAllister Schofield (1831– 1906) und George Henry Thomas (1816–1870) fügten dem bei Atlanta unterlegenen General Hood in den Schlachten bei Franklin (30.November 1864) und Nashville (15./16.Dezember 1864) weitere schwere Verluste zu – unter den Gefallenen der Konföderierten-Armee waren zwölf Generäle. Die Ursache war letztlich Hoods gravierende Unfähigkeit.
Die hohen Verluste – nicht zuletzt wegen der verheerenden Wetterbedingungen in diesem eiskalten Winter 1864/65 – konnten die Südstaatler nicht mehr ausgleichen. Gleichzeitig fand Lee, der seine Einheiten geschickt im Umfeld von Richmond und Umgebung operieren ließ, zumindest Reste einstiger Handlungsstärke wieder. Mochte er in der Offensive bestenfalls mittelmäßig sein, in der Defensive zählte er zu den ganz Großen seines Fachs.
In dieser Situation entschlossen sich die militärischen Führer der Union dazu, ihrem ursprünglichen Plan unbeirrt nachzugehen, den Süden zuerst entsprechend dem „Anakonda-Plan“ zur See und zu Lande vom Nachschub abzuriegeln und dann allmählich mit Hilfe der eigenen Übermacht zu erdrücken. Dies war möglich, weil jeder tote Unionssoldat problemlos ersetzt werden konnte, wohingegen dem Süden keinerlei Ressourcen mehr zur Verfügung standen. Es war nun an Sherman, den tödlichen Stoß zu führen. Mit über 60000 Soldaten in drei Heeressäulen rückte er in das Herz der Konföderation, in das südöstliche Georgia und vor allem South Carolina, ein.
Beauregard verließ umgehend mit ein paar tausend Mann die Stellungen bei Petersburg, war sich aber keineswegs klar darüber, wo und wie er Shermans in allen Belangen überlegene Truppen aufhalten könnte. Die Situation wurde noch schlimmer, als mit dem Abrücken der Unionsarmee in Atlanta ein von Unionssoldaten gelegtes, gewaltiges Feuer ausbrach, das bald komplett außer Kontrolle geriet. Der Brand von Atlanta wurde zum Menetekel für den gesamten Süden.
Unterdessen führte Sherman sein Gegenüber Beauregard komplett in die Irre, indem er ihm suggerierte, er wolle die Hafenstadt Charleston, ein Zentrum der Sklavenhaltergesellschaft South Carolinas, erobern. In Wahrheit ging es Sherman um Columbia. Zeitgleich marschierten die Unionsgeneräle Howard und Slocum in Richtung Savannah, einem der letzten funktionsfähigen Häfen des Südens.
Der „Sherman Raid“ übte alsbald eine traumatisierende Wirkung auf die weiße Zivilbevölkerung der gesamten Region aus. Bis heute hat er seinen Platz in der kollektiven Erinnerung des Südens. Dies war nicht allein eine Folge der Massenflucht schwarzer Sklaven, sondern eines Befehls, in dem Sherman seine Soldaten aufforderte, sich beim Furagieren, also bei der Verpflegungsaufnahme, möglichst freizügig bei der Zivilbevölkerung zu bedienen. Einige Soldaten versuchten, sich gegenüber den auf den Plantagen verbliebenen Frauen und Kindern einigermaßen respektvoll zu benehmen; in Einzelfällen entschuldigten sie sich sogar für ihr Vorgehen. Alsbald aber kam es zu ungezügelten Plünderungen und Vergewaltigungen.
Drei Schneisen der Zerstörung zogen sich durch das Herz des Südens. Sherman, ein unerbittlicher Nationalist, sah darin nichts anderes als die gerechte Strafe für die Rebellion. So wurden dann auch Columbia und Savannah, ganz wie zuvor Atlanta, weitgehend niedergebrannt. Das Hauptziel der ganzen Operation aber war, über die psychologischen Folgen hinaus, ein militärisches. Sherman und Grant wollten ihre Regimenter gemeinsam zum finalen Schlag gegen Richmond ausholen lassen. Dies erwies sich aber als überflüssig. Am 25.März 1865 fiel nach monatelangen Artillerieduellen die Festung Petersburg, woraufhin Lee Richmond ebenfalls aufgab. Die Konföderation war dabei, sich aufzulösen.
Ein Verfassungszusatz sichert die Sklavenbefreiung ab
In Anbetracht der sich abzeichnenden Niederlage der Rebellenstaaten rückten bereits die politischen Folgen des Bürgerkrieges in den Vordergrund. Lincoln hatte bereits im April 1864 damit begonnen, die Grundlagen für eine stabile Nachkriegsordnung zu legen, indem er den 13.Verfassungszusatz dem Senat vorlegte. Auf diese Weise wollte er seiner Emanzipationsproklamation vom Januar 1863 eine feste, verfassungsrechtliche Grundlage geben. Die Sklaverei sollte nicht bloß aufgrund des militärischen Notstandsrechts im Bürgerkrieg, sondern ein für allemal beendet werden. Erwartungsgemäß hatte der Senat am 8.April 1864 mit seiner erdrückenden republikanischen Mehrheit zugestimmt.
Schwieriger gestaltete es sich, im Repräsentantenhaus eine Mehrheit zu finden, wo die Demokraten und einige konservative Republikaner den Verfassungszusatz ablehnten. Als die Lincoln-Administration eines möglichen Scheiterns gewahr wurde, griff sie vor der entscheidenden Abstimmung auf gelinde gesagt außergesetzliche Mittel zurück, nämlich Korruption. Lincoln wies seinen Secretary of State, den erfahrenen und mit sämtlichen Wassern amerikanischer Politik gewaschenen New Yorker William H. Seward, an, alles aufzubieten, um im Kongress die notwendige Zwei-Drittel-Mehrheit zu sichern.
Wie dem Präsidenten vermutlich bewusst war, verfügte Seward über einen Schwarzgeldfonds, den er skrupellos einsetzte, um wankelmütige Opponenten von der guten Sache zu überzeugen. Da plötzlich acht Demokraten an der Sitzung vom 31. Januar 1865 nicht teilnahmen, fiel das Quorum von 122 auf 117 Sitze. Am Ende sicherte Seward seinem Präsidenten 119 gegen 56 Stimmen. Auf der Galerie, wo sich eine große Anzahl schwarzer Zuschauer versammelt hatte, aber auch im Saal brach gewaltiger Jubel aus, bei vielen gestandenen Politikern flossen Tränen. Nach über 300 Jahren hatte die Sklavenwirtschaft in Nordamerika ihr Ende gefunden.
Danach startete der Prozess der Ratifizierung durch die Einzelstaaten, von denen nur drei – Kentucky, Delaware und New Jersey – den Verfassungszusatz rundweg ablehnten. Bis auf New Jersey handelte es sich dabei um border states, Sklavenstaaten, die bei der Union verblieben waren. Bis heute wirft diese Abstimmung erhebliche verfassungsrechtliche Probleme auf, da im Februar 1865 auch die Stimmen der unionistischen Militärregierungen von Virginia und Louisiana mitgezählt wurden, was zumindest bedenklich war. Die anderen Südstaaten stimmten nach Kriegsende seit Dezember 1865 in regelkonformen Delegiertenversammlungen nachträglich zu. Drei Staaten ließen sich wesentlich länger Zeit: Delaware (1907), Kentucky (1975) und Mississippi 1995).
Obwohl Lincolns Triumph in Sachen Sklaverei einen wichtigen Schritt in die sich abzeichnende Nachkriegszeit darstellte, war er erst einmal weniger wert als gedacht. Der Süden war zwar auf Drängen der Sklavenhalter in den Krieg gezogen, aber inzwischen war sogar den meisten Plantagenbesitzern deutlich geworden, wie obsolet die peculiar institution zwischenzeitlich geworden war.
Andere Fragen und Probleme, etwa die nach der politischen und gesellschaftlichen Neuordnung der ehemaligen Sklavenstaaten, rückten in den Vordergrund. Die radikalen Republikaner etwa strebten zumindest theoretisch nach einer kompletten sozioökonomischen Neuordnung des Südens. Weder scheuten sie davor zurück, Plantagenbesitzer zu enteignen und ihr Eigentum an ehemalige Sklaven zu verteilen, noch wollten sie auf harte Strafen gegen die führenden Personen der Rebellion verzichten. Das Wahlrecht für die befreiten Schwarzen war aus ihrer Sicht selbstverständlich, einmal aus moralischen Gründen, dann aber gleichfalls, um die Vor-herrschaft ihrer Partei im besiegten Süden dauerhaft zu sichern. Lincoln ahnte zumindest, wie sehr dies die Demokraten vor den Kopf stoßen musste, aber selbst moderate und konservative Republikaner konnten mit der Idee einer Sozialrevolution im Süden rein gar nichts anfangen. Obendrein blieb Lincoln in erster Linie Jurist und glaubte als guter Liberaler an die absolute Heiligkeit des Privateigentums. Vor allem aber suchte Lincoln nach einer gesunden Basis für die dauerhafte und friedliche Wiedervereinigung der beiden Landesteile, die sich immer noch in einem blutigen Bürgerkrieg bis aufs Messer befehdeten.
Drei Punkte, die eng miteinander verflochten waren, standen in den Nachkriegsplanungen ganz oben: erstens die Frage, wie die Reintegration des Südens verfassungsrechtlich zu regeln sei. Für die radikalen Republikaner waren die Konföderierten aus der Union ausgetreten, weswegen sie sich gewissermaßen um eine Neuaufnahme zu bewerben hatten, über welche die Sieger souverän und nach ihren Vorstellungen zu entscheiden hätten. Bis dahin sollte der Süden unter Militärverwaltung gestellt und demokratisch und egalitär umerzogen werden. Lincoln hingegen beharrte auf seiner Sicht, wonach der Süden zu keinem Zeitpunkt die Union tatsächlich verlassen hatte. Mithin war eine Neuaufnahme juristisch nicht zu rechtfertigen. Vielmehr sollte es ausreichen, wenn lediglich zehn Prozent der Wahlberechtigten von 1860 einen Loyalitätseid auf die USA ablegten, um den Staat zu reintegrieren.
Auf dieser Grundlage waren bereits während des Krieges unionsloyale Regierungen im Süden eingerichtet worden. Unter Umständen sollten Großgrundbesitzer und Amtsträger sowie Offiziere der Konföderation erst einmal von sämtlichen Ämtern ausgeschlossen werden. An eine rechtliche Aufarbeitung des Bürgerkriegs scheint Lincoln nicht gedacht zu haben. Nur sehr wenige Offiziere der Konföderation, so etwa der Kommandant des berüchtigten Kriegsgefangenenlagers von Andersonville, wurden wegen Kriegsverbrechen verurteilt und exekutiert.
Der zweite Punkt betraf die sozioökonomische Neuordnung des Südens, für die Lincoln nach allem, was wir wissen, keine konkreten Pläne entwickelt hatte. Dafür war ihm die Bedeutung des dritten Problemfeldes, der Reintegration der konföderierten Soldaten, außerordentlich bewusst. Hier kam Lincoln die dramatische Entwicklung der militärischen Situation nach dem Fall von Petersburg und Richmond sowie dem „Sherman Raid“ zugute. Im Süden war inzwischen selbst den fanatischsten Anhängern der Konföderation die totale Aussichtslosigkeit des eigenen, zunehmend verzweifelten Widerstands deutlich geworden. Beide Seiten streckten immer konkretere Friedensfühler aus. Dabei verdichteten sich die Chancen auf einen Waffenstillstand, der zumindest für die Armee Lees nach einer weiteren schweren Niederlage bei Appomattox am 9.April 1865 unabänderlich wurde.
Appomattox: Robert Edward Lee unterzeichnet die Kapitulation
Drei Tage später kapitulierte die konföderierte Armee von Nordvirginia im Appomattox Court House, was zwar noch nicht das Ende sämtlicher Kampfhandlungen, faktisch aber das Ende des koordinierten konföderierten Widerstandes bedeutete. Die Kapitulation wurde in einer schlichten, aber sorgfältig durchkomponierten Zeremonie vollzogen, in der – und das war für die Reintegration der konföderierten Soldaten entscheidend – einerseits die Niederlage der Südstaaten klar und deutlich benannt wurde, andererseits aber Grant seinem Gegenüber Lee und dessen Soldaten ihre Ehrenhaftigkeit bescheinigte. Man gedachte sogar des gemeinsamen Kriegserlebnisses in Mexiko 1846, berief sich also auf die eine amerikanische Nation und ihre gemeinsame Aufstiegsgeschichte.
Eine Siegerjustiz gegenüber den Streitkräften der Konföderation würde es demnach nicht geben. Die besiegten Soldaten konnten als Ehrenmänner nach Hause gehen, was für die Gedankenwelt des 19.Jahrhunderts von höchster Bedeutung war. Langfristig wurde daraus die Idee des noble cause, eines hehren Ziels, dem im Grunde beide Seiten verpflichtet gewesen seien, womit der Bürgerkrieg zu einer Art Betriebsunfall im Nationswerdungsprozess der Vereinigten Staaten degradiert wurde.
Vor allem konnte man auf diese Weise bis in die 1960er, ja bis in die 1980er Jahre die Sklaverei als Kriegsursache vollends ausblenden. Der Krieg, so das neue Narrativ, sei ein Konflikt um eine möglichst patriotische Form der Verfassungsexegese gewesen. Symbolischer Höhepunkt dieser narrativen Umdeutung des Bürgerkriegs waren die Gedenkfeiern von 1913, als sich die Veteranen in Blau und Grau über den Schützengräben von Gettysburg die Hand reichten. Die schwarzen Unionsveteranen mussten allerdings abseits, mehrere Kilometer entfernt, in einer Hütte feiern. Ihr noble cause hatte in diesem Gedenken keinen Raum gefunden.
Präsident Lincoln konnte zufrieden sein. In Washington und überall in der Union wurde der Waffenstillstand ekstatisch mit Bällen, Kanonenschüssen und Feuerwerken gefeiert; am 14.April konnte derselbe Offizier, Captain Robert Anderson, der 1861 die Unionsfahne von Fort Sumter eingeholt hatte, sie wieder hissen. Einen Monat später löste sich das Kabinett der Konföderation auf, und Jefferson Davis wurde für kurze Zeit verhaftet.
Der Frieden zu Lincolns Bedingungen schien nun möglich. Doch der Präsident sollte ihn nicht mehr erleben, und die folgende Geschichte einen ganz anderen Verlauf nehmen, als er es geplant hatte. Am Abend des 14.April, es war Karfreitag, wurde Abraham Lincoln bei einer Theateraufführung im Forde’s Theatre von dem Schauspieler John Wilkes Booth aus Maryland, einem fanatischen Anhänger der Konföderation, mit einem Schuss aus einer Deringer-Pistole tödlich verwundet. Der Attentäter rief dabei „Sic semper tyrannis“, den Wahlspruch Virginias: „So ergeht es allen Tyrannen!“
Die Komplizen von Booth versuchten zeitgleich, den Vizepräsidenten Andrew Johnson, Kriegsminister Stanton und William H. Seward zu ermorden, was indes scheiterte. Die Nation befand sich im Schockzustand. Für mehrere Tage stand das Leben still. Lincolns Leichnam wurde unter gewaltiger Anteilnahme der gesamten Bevölkerung mit dem Zug in seine Heimatstadt Springfield in Illinois überführt. Anlässlich seiner Beerdigung am Dienstag nach Ostern erklärte ein protestantischer Prediger den Toten zum Christus der Union.
Erst mit seinem gewaltsamen Tod wurde Lincoln zu dem Symbol der nationalen Einheit, das er bis heute geblieben ist. Zu Lebzeiten hatte man ihn verspottet, missverstanden oder gar gehasst, nun erhielt er die Züge eines vaterländischen Messias. Im Rotundensaal des Kapitols findet sich ein Bild, auf dem George Washington die Seele seines Nachfolgers in den Himmel geleitet, ein beredter Ausdruck der patriotischen Zivilreligion der USA.
Was immer Booth und seine Mitverschwörer angestrebt hatten, es trat nicht ein. Insbesondere Stanton tat sich als rücksichtsloser und entschlossener Verfolger der Attentäter hervor. Die Mitglieder der Gruppe wurden rasch festgenommen und nach kurzem Prozess hingerichtet. Da sich unter ihnen mit Mary Sutton auch eine Frau und Katholikin befand, deren Sohn John Sutton sich zu den päpstlichen Streitkräften hatte retten können, kamen unter evangelikalen Protestanten bald Gerüchte auf, die Jesuiten hätten Lincolns Tod geplant, was umgekehrt unter Katholiken Ängste auslöste, nun würde sich der Furor der radikalen Republikaner gegen sie wenden. Aber dieser zweite Bürgerkrieg blieb aus.
Dafür verschlechterte sich im Gefolge des Mordes an Lincoln die Situation des besiegten Südens. Sein Nachfolger Andrew Johnson war ein Demokrat, dessen politische Motivation allein auf seinem Hass auf die Sklavenhalterelite aufbaute. Über irgendwelchen Rückhalt in der Republikanischen Partei des ermordeten Lincoln verfügte er nicht. Obwohl Johnson im Prinzip an Lincolns maßvollem Plan zur nationalen Wiederversöhnung festhielt, erwies er sich als überaus offen für Korruption, indem er massenhaft Großpflanzer gegen Geldzahlungen begnadigt.
In der Folge kam es zu einem massiven innenpolitischen Konflikt mit den radikalen Republikanern, die sogar versuchten, Johnson des Amtes zu entheben, was dieser wiederum dank ausgiebiger Bestechungsgelder zu vermeiden wusste. Dennoch verlor er jede Unterstützung im Kongress, was es den Radikalen erlaubte, seit 1866 ihre Vorstellungen von der Rekonstruktion des Südens durchzusetzen (siehe nachfolgendes Kapitel).
Selbst nach der Kapitulation von Appomattox am 12.April 1865 ging die Gewalt, besonders im Westen, noch weiter. Der Krieg wandelte nur seine Gestalt und passte sich den neuen Gegebenheiten des kapitalistischen Zeitalters der Hochindustrialisierung an. Einerseits hatten die Guerillakrieger der unionstreuen Jayhawkers und der konföderierten Bushwhackers bereits in den 1850er Jahren während des „Vorbürgerkriegs“ in Kansas die Zivilbevölkerung terrorisiert. Nun stellten sie sich neu auf. Direkt 1865 setzten die Rancherkriege in den westlichen Territorien ein, in denen demokratische Kleinfarmer gegen oft von britischem Kapital finanzierte republikanische Großgrundbesitzer kämpften, denen es darum ging, die Fleischproduktion des Westens möglichst in eine großflächige Agrarindustrie umzuwandeln.
Ehemalige Jayhawkers dienten nun als Sheriffs und Marshals, einstige Bushwhacker, nicht zuletzt aus dem Umfeld des berüchtigten William Quantrill, als Pistoleros in den Diensten der Kleinfarmer – oder einfach als Bankräuber. Dieser Civil War of Incorporation wechselte in den 1890er Jahren neuerlich sein Gesicht. Diesmal kämpften demokratische Minenarbeiter gegen republikanisch kontrollierte Bergwerkkonzerne. Erst um 1920 ließ die Gewalt im Westen dann spürbar nach.
Andererseits setzten lokale Milizen und Einheiten der Unionsarmee den Genozid an den indigenen Stämmen der westlichen Prärien fort. Schon in den 1850er Jahren waren in Kalifornien nach Goldfunden die dort lebenden Ureinwohner praktisch ausgerottet worden. Im Bürgerkrieg hatten Siedlermilizen die Abwesenheit regulärer Truppen dazu benutzt, gewaltsam gegen Sioux, Cheyenne, Arapahoe, Apachen und Comanchen vorzugehen, was 1864 zu einem großen Aufstand führte. Dabei kam es, etwa am Sand Creek, zu Massakern regulärer Militäreinheiten an Cheyenne und Sioux.
Mit Kriegsende wurden ausgerechnet die Unionsgeneräle Sherman und Sheridan in den Westen versetzt, um die „Indianerfrage“ einer endgültigen Lösung zuzuführen. Die militärische Praxis der beiden Hardliner orientierte sich bruchlos an ihren Erfahrungen aus dem Bürgerkrieg. Mit gnadenloser Härte gingen sie gegen die noch unabhängigen Stämme vor. In den 1880er und 1890er Jahren endete dann der gewaltsame Widerstand der Prärieindianer.
Sieht man von den Toten des Civil War of Incorporation und der Phase der „Indianerkriege“ nach 1865 einmal ab, hatte der Bürgerkrieg in seiner Kernphase von 1861 bis 1865 geschätzt zwischen 680000 und 750000 Menschen das Leben gekostet. Weite Teile des Südens waren verheert und zerstört, die großen Städte Atlanta, Savannah und Columbia lagen in Trümmern. Straßen und Eisenbahnlinien waren zerstört, die Baumwollproduktion lag danieder.
In der militärgeschichtlichen Forschung hat man sich seit Jahrzehnten immer wieder die Frage gestellt, inwieweit der Amerikanische Bürgerkrieg bereits als „totaler Krieg“, das heißt als Krieg mit total entgrenzter Gewalt in der Kriegführung, mit totaler Mobilisierung der Zivilbevölkerung und der Industrieproduktion, anzusehen sei. Oft dienten dabei der Erste und der Zweite Weltkrieg als Vergleichsfolie.
Der Bürgerkrieg ist nicht mit Konflikten des 20. Jahrhunderts vergleichbar
Inzwischen ist man von dieser Perspektive ein wenig abgerückt. Der Bürgerkrieg scheint eher, wie der Krim-Krieg, als eine Art Scharnier zwischen den Kriegen der vormodernen Massenheere napoleonischen Stils im frühen 19. Jahrhundert und den Weltkriegen der Industriemoderne fungiert zu haben. Obendrein war der Norden von den totalisierenden Tendenzen des Krieges nahezu unberührt. In Maine, Vermont oder Rhode Island bekam man vom Kriegsalltag kaum etwas mit. Wenn überhaupt, war der Süden davon betroffen, etwa während des „Sherman Raid“.
Ohne Zweifel aber gab es Hinweise auf die Gestalt kommender militärischer Auseinandersetzungen, so zum Beispiel die Effektivität der Defensive, der Einsatz gepanzerter Kriegsschiffe, der Schützengrabenkrieg oder die bedeutsame Rolle moderner Massenpropaganda. Das allein rechtfertigt aber nicht, den Bürgerkrieg bereits als totalen Krieg einzuschätzen. Unbestreitbar aber stellte er eine Zwischenstation auf dem Weg in den totalen Krieg dar, auch wenn die Zeichen der Zeit von den Zeitgenossen oft übersehen wurden, weil sich die Erfahrung der deutschen Einigungskriege über die Erinnerung an den Krim-Krieg und den Amerikanischen Bürgerkrieg legte.
Wichtiger indes dürfte die Frage nach dem Sinn des Massensterbens sein. Ja, die Sklaverei wurde abgeschafft, aber der brasilianische Fall von 1889 zeigt, dass bei etwas mehr Kompromissbereitschaft unter Umständen eine friedliche Lösung der Sklaven-Frage hätte gefunden werden können. Dies gilt noch mehr, weil mit der von Großbritannien ausgehenden Hochindustrialisierung der 1860er und 1870er Jahre die Sklaverei ökonomisch obsolet wurde.
Vor allem aber dürfen die Folgen für die schwarze Bevölkerung im Süden nicht vergessen werden. Binnen 20 Jahren büßte sie ihre eben errungenen politischen Partizipationsrechte wieder ein, der ökonomische Aufstieg blieb ihr über Jahrzehnte verwehrt, aus der von Weißen dominierten Gesellschaft des Südens wurde sie rigoros ausgeschlossen. In mancherlei Hinsicht blieb die Freiheit, die man den schwarzen Sklaven seit der Emanzipationsproklamation versprochen hatte, eine Fata Morgana. Nicht die Abolitionisten und schon gar nicht ihre demokratischen und republikanischen Widersacher brachten die Entschlossenheit, den Willen und die Härte auf, um im Süden der USA eine auf echter Teilhabe aller beruhende Ordnung dauerhaft durchzusetzen. Dazu fehlte es auch an einer Mehrheit von Wählern, die dieses Ziel als das ihre betrachteten.
So blieb die nationale Einheit als Ergebnis, und um derentwillen erkaufte man sich die Reintegration des Südens durch dessen symbolischen Sieg in der populärkulturellen Darstellung des Konflikts und durch die allgemeine Akzeptanz der Rassensegregation. Erst die Bürgerrechtsbewegung brachte hier seit den 1950er Jahren allmählich echte Veränderung. Am Erbe von Sklaverei und Bürgerkrieg aber arbeiten sich die USA bis zum heutigen Tag ab. Und ein Ende dieses Prozesses ist nicht in Sicht.
Autor: Prof. Dr. Michael Hochgeschwender
geb. 1961, ist Professor für Nordamerikanische Kulturgeschichte, Empirische Kulturforschung und Kulturanthropologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München.
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