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Ein Diktator und seine Vision für Lettland
Kārlis Ulmanis, Jahrgang 1877, ist die zentrale Figur der Geschichte des unabhängigen Lettland zwischen den Weltkriegen. Er spielte eine bedeutende Rolle auf dem Weg Lettlands zu einem souveränen Staat in den baltischen Unabhängigkeitskriegen. Und er schwang sich mit dem Staatsstreich vom 15./16. Mai 1934 zum Diktator auf. 1942 starb er in sowjetischer Haft.
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Ulmanis fügt sich ein in eine Reihe autoritärer Führer der Zwischenkriegszeit. So kam es auch in Litauen schon 1926 zu einem Umsturz durch Antanas Smetona (1874 –1944) und 1934, wenige Wochen bevor Ulmanis nach diktatorischer Macht griff, zu einem erfolgreichen Putsch durch Konstantin Päts (1874 –1956) in Estland. Während alle drei Politiker der Kampf gegen Russland – das zarische ebenso wie das bolschewistische – und der rhetorisch überhöhte Glaube an die eigene Nation verband, gibt es doch auch Erfahrungen, die speziell Ulmanis prägten. Das waren seine bäuerliche Herkunft aus einer wohlhabenden Familie, seine biographischen Stationen in den USA und vor allem die dort erworbenen Kompetenzen in Sachen Landwirtschaft.
Eine umfassende Biographie über Ulmanis fehlt bis zum heutigen Tag. Er blieb unverheiratet, schirmte sein Privatleben ab, hinterließ keine größeren autobiographischen Texte. Er arbeitete an seiner Selbststilisierung in Reden rund um den Putsch von 1934, in denen er sich als selbstlosen, unermüdlichen Diener des lettischen Volkes darstellte. Dahinter und in den propagandistischen Reden, die enge Mitarbeiter und Kabinettsmitglieder 1934 nach dem Putsch auf ihn hielten, bleibt Ulmanis als Person dennoch schwer zu fassen.
K¯arlis Ulmanis wurde am 4. September 1877 auf dem Gehöft Pikšas, in der Gemeinde Udze (Kreis Dobele), geboren. Nach der Grundschule in B¯ermuiža, dann weiterführenden Schulen in Jelgava ging er 1896 nach Ostpreußen, um an einer Molkereischule zu lernen. Schon 1897 arbeitete er aber wieder als Verwalter eines Milchbetriebes in Riga, damals eine prosperierende Metropole des russischen Imperiums. Von 1902 bis 1903 studierte er in der Schweiz an der Eidgenössischen Polytechnischen Schule Zürich sowie von 1903 bis 1905 an der Landwirtschaftsschule der Universität Leipzig. In den Sommern leitete er Molkereikurse in Lettland.
Revolution von 1905: Der junge Agronom entdeckt die Politik für sich
Es war die Revolution von 1905, die erste Revolution in Russland, die Ulmanis zu einem politischen Aktivisten werden ließ – sie erschütterte gerade auch das Baltikum heftig. Das Aufbegehren von ausgebeuteten Arbeitern und verelendeten Bauern förderte generell das Nationalbewusstsein der Völker des Imperiums: Ulmanis publizierte Texte, in denen er die Autonomie aller Letten und vor allem die Besserstellung von Letten gegenüber den deutschbaltischen Großgrundbesitzern forderte. Diese Artikel brachten ihn ins Visier der zarischen Autokratie. Am 21. Dezember 1905 wurde er verhaftet und in Pskow inhaftiert. 1906 aus der Haft entlassen, emigrierte er 1907 in die USA, zunächst nach New York. Dann studierte er mehrere Jahre Landwirtschaft an College-ähnlichen Schulen in den USA, wurde Landwirtschaftsmanager und Dozent an der Universität von Nebraska.
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Als jedoch im März 1913 in Russland die Amnestie für die Revolutionäre von 1905 verkündet wurde, kehrte Ulmanis nach Lettland zurück und arbeitete als Agronom und bäuerlicher Aktivist, unter anderem als Herausgeber der Zeitschrift „Zeme“ („Land“) des baltischen Bauernverbandes. Nach der Februarrevolution 1917, die den Zaren stürzte und eine Unabhängigkeit der Letten in greifbare Nähe rücken ließ, wurde er im März in den vorläufigen Landesrat der Provinz Vidzeme (Livland) und zum stellvertretenden Kommissar dieser Provinz gewählt. Er beteiligte sich an der Gründung des lettischen Bauernbundes, der jenes Milieu vertrat, in dem er sich verwurzelt sah – und war damit endgültig in der Politik angekommen.
Die militärische und politische Situation im andauernden Ersten Weltkrieg änderte sich im September 1917. Die Offensive der deutschen Armee führte zur Einnahme von Riga. Ulmanis engagierte sich gegen die Deutschen verstärkt für die Unabhängigkeit Lettlands und gewann derart an Profil, dass er vom lettischen Volksrat, der am 18. November 1918 die Republik Lettland ausrief, beauftragt wurde, die Regierung zu bilden. Seine Vita war von nun an mit Lettlands Weg zum eigenen Staat verbunden.
Drei Regierungen kämpfen um die Macht in Riga
Im lettischen Unabhängigkeitskrieg gelang es der Roten Armee am 3. Januar 1919, Riga zu erobern. Die Regierung von Ulmanis wurde nach Liepāja evakuiert. Um ausländische Hilfe zu organisieren, reiste er durch Dänemark, Schweden, Estland, Deutschland und Litauen.
Am 16. April 1919 putschten deutsche Einheiten der baltischen Landeswehr zusammen mit der deutschen Armee in Liepāja, entwaffneten lettische Einheiten und verhafteten kurz darauf mehrere Minister der provisorischen Regierung. Ulmanis entging der Verhaftung, indem er Schutz auf einem britischen Kriegsschiff suchte, das vor der Bucht von Riga lag.
Die provisorische Regierung um Ulmanis kämpfte nun zugleich gegen die von Deutschen unterstützte Regierung des Pastors Andrievs Niedra (1871–1942) und die Regierung von „Sowjetlettland“, angeführt von Pēteris Stučka (1865–1932). Letztlich gelang es Ulmanis, mit einem teilweise neu gebildeten Kabinett im Juli 1919 nach Riga zurückzukehren.
Im Oktober 1919 ging er jedoch freiwillig an die Front, um gegen die Bolschewiki zu kämpfen und seinen Teil dazuzutun, Lettlands Unabhängigkeit abzusichern. Dabei wurde er am Bein verletzt. Seine persönliche Tapferkeit brachte ihm später den Militärorden „Lāčplēsis“ („Bärentöter“, benannt nach dem Helden des lettischen Nationalepos) ein.
Der Unabhängigkeitskampf prägte Ulmanis’ antibolschewistische Haltung ebenso wie seine grundsätzlichen Reserven gegenüber Deutschland und der deutschbaltischen Minderheit; überhaupt betrachtete er alle Minderheiten im neuen lettischen Staat mit Skepsis. Seine Machtbasis bis in die 1930er Jahre hinein blieb der konservative lettische Bauernbund. Ulmanis übte mehrfach das Amt des Ministerpräsidenten aus, hatte teilweise verschiedene Ministerposten gleichzeitig inne. Auch für das mit der Verabschiedung der lettischen Verfassung im Jahr 1922 eingerichtete parlamentarische System hatte er sich zunächst engagiert.
Zunehmend nahm er jedoch Anstoß an den starken Minderheitenrechten, an der Zersplitterung der Parteienlandschaft und der Kurzlebigkeit der Regierungen. Die Erfolge des parlamentarischen Systems wollte er immer weniger wahrhaben, wies mit seinen Getreuen immer wieder auf die vermeintlichen Gefahren von links und von rechts hin. Auf der rechten Seite war dies vor allem die antisemitische Bewegung der „Donnerkreuzler“.
Dennoch begann sein politischer Stern Ende der 1920er zu sinken, die Stimmenanteile seiner Partei gingen zurück. Seit 1932 führte die vom Bauernbund kontrollierte Presse daher eine Kampagne für eine Verfassungsänderung, welche die demokratischen Partizipationsrechte einschränken sollte. Der Vorwurf, dass das lettische Parlament, die Saeima, eine handlungsunfähige „Schwatzbude“ sei, lag im Zug der Zeit. Auch andernorts in Europa argumentierten nationalkonservative und rechtsextreme Gruppen ähnlich. Ulmanis polemisierte immer stärker, die Minderheiten würden die Ökonomie sowie das politische Leben des Landes dominieren.
Mit dem Putsch von 1934 schwingt er sich zum „Führer“ der Letten auf
Ein gewaltsamer Umsturz lag in der Luft. Als es Ulmanis im März 1934 gelang, noch einmal zum Ministerpräsidenten gewählt zu werden, schritt er zur Tat: In der Nacht auf den 16. Mai 1934 erklärte Ulmanis mit Unterstützung des Kriegsministers Jānis Balodis den Kriegszustand und löste alle politischen Parteien und die Saeima auf. Der unblutige Putsch wurde von der Armee und Einheiten der Nationalgarde durchgeführt, die Ulmanis treu ergeben waren. Viele gewählte Beamte und Politiker wurden festgenommen, ebenso alle Offiziere, die sich dem Staatsstreich widersetzten.
Vor allem Sozialdemokraten, Mitglieder der „Donnerkreuzler“ sowie nationalsozialistisch orientierte Mitglieder der deutschbaltischen Minderheit wurden in einem Lager unweit von Liepāja interniert. Prozesse wegen „Hochverrats“ schlossen sich an, so gegen den Anführer der „Donnerkreuzler“, Gustavs Celmiņš. Unter der Überschrift „Lettlands Gründer regiert alleine“ skizzierte der Rigaer Korrespondent der deutschen Zeitung „Der Tag“ die Lage in Lettland: „Aber dann hatte Kārlis Ulmanis genug von den Launen der Herren Abgeordneten. Er, der eine fantastische Karriere vom kleinen Volksschullehrer in einer lettischen Kolonie in den USA bis zur Rolle des lettischen Staatsgründers hinter sich hat, der 1919 und 1920 mit einem wunderbaren Gefühl für die Stimmung im Volk auf einem kleinen Schachbrett Lettlands Generäle, die Anführer von Freiwilligenverbänden und Truppen der Großmächte hin und her geschoben hatte. Er durchschlägt in der Nacht vom 15. auf den 16. Mai den gordischen Knoten, schickt die Saeima in die Ferien, schiebt die Verfassung an den Rand und macht sich ans Regieren. Ausnahmezustand.“
Die nächsten vier Jahre regierte Ulmanis ohne Parlament. Ein Dekret übertrug die Funktionen der Saeima auf das Kabinett. Obwohl der amtierende Staatspräsident Alberts Kviesis den Putsch nicht unterstützt hatte, blieb er im Amt und arbeitete mit Ulmanis zusammen, bis dieser zum April 1936 auch das Amt des Staatspräsidenten übernahm. Als „Präsident und Ministerpräsident“ schwang er sich endgültig zum „Vadonis“ („Führer“) der Letten auf.
Unterschiede im Vergleich zu anderen Diktaturen in Europa
Das Ulmanis-Regime wies unter den europäischen Diktaturen der Zwischenkriegszeit Besonderheiten auf. Ulmanis hatte, nachdem er auch seinen eigenen Bauernbund aufgelöst hatte, keine Regierungspartei mehr an seiner Seite, er verzichtete auf ein Marionettenparlament, differenzierte seine Ideologie kaum aus. Es war eine persönliche, paternalistische Diktatur, in der Ulmanis behauptete, das zu tun, was er für das Beste für die Letten hielt.
Der Alleinherrscher gab sich betont zivil, trug kaum einmal Uniform. Jegliches politische Leben wurde verboten, Kultur und Wirtschaft wurden nach dem Muster der Korporationen organisiert, das in Italien vom „Duce“ Benito Mussolini populär gemacht worden war – auf ihn bezog sich Ulmanis immer wieder mit Bewunderung. Ein Teil der Verfassung der Lettischen Republik und der bürgerlichen Freiheiten wurden ausgesetzt. Alle Zeitungen im Besitz politischer Parteien oder Organisationen wurden geschlossen und alle Veröffentlichungen der Zensur unterworfen.
Ulmanis agierte als lettischer Nationalist, der den Slogan „Lettland für Letten“ vertrat. Gleichzeitig wurde der Slogan „Lettlands Sonne scheint gleichermaßen über alle“ verwendet, keine ethnische und religiöse Gruppe wurde aktiv angegriffen. Darin unterschied sich Lettland vom nationalsozialistischen Deutschland. Eine begrenzte Anzahl von Pressetiteln sowie Organisationen deutscher, jüdischer und anderer Minderheiten existierte weiterhin, soweit die Beschränkungen der autoritären Diktatur dies zuließen.
Ulmanis’ Politik eines „Lettland den Letten“ wurde vor allem im Bereich der Bildung und der Wirtschaft verfolgt. Subventionen für die Bildung von Minderheiten ließ er kürzen oder ganz abschaffen. Die Alphabetisierungsrate in Lettland, ohnehin schon hoch, wurde weiter gesteigert. Vor allem in der östlich gelegenen Region Lettgallen wurde der Bau von neuen lettischen Schulen als Mittel zur Assimilation von Minderheiten genutzt. Ulmanis arbeitete mit staatskapitalistischen Elementen, indem kleinere konkurrierende Privatunternehmen aufgekauft und zu größeren Staatsunternehmen zusammengeschlossen wurden. Dieser Prozess wurde von der „Latvijas Kreditbanka“, einer 1935 gegründeten staatlichen Bank, gesteuert. Andere Unternehmen wurden direkt verstaatlicht.
Große Bauprojekte sollten die Leistungsfähigkeit des von einer Person dominierten Regimes zeigen – nicht nur in Riga mit seinen neuen repräsentativen Regierungsgebäuden, die dem Zeitgeist entsprachen, sondern auch auf dem Land in Form neuer Schulen und Verwaltungsgebäude. Das Wasserkraftwerk ¸Kegums an der Düna, nach US-amerikanischem Vorbild errichtet, sollte Lettlands Industrie mit Energie versorgen. Ulmanis verbuchte einen bereits einsetzenden Wirtschaftsaufschwung seit 1933 für sich und als Leistung seines Regimes. Das Wirtschaftswachstum in den Jahren bis 1938/39 führte sogar zu einem im europäischen Vergleich hohen Lebensstandard.
Die Sowjets beenden Lettlands Unabhängigkeit
Zugleich zeigte das Regime in diesen Jahren erste Abnutzungserscheinungen – das Charisma des Diktators begann zu verblassen. Außerdem gab es bedrohliche außenpolitische Entwicklungen: Am 23. August 1939 unterzeichneten Adolf Hitlers Deutschland und Josef Stalins UdSSR ein Nichtangriffsabkommen, den Molotow-Ribbentrop-Pakt, der im geheimen Zusatzprotokoll Osteuropa in Einflusssphären aufteilte. Lettland wurde der sowjetischen Sphäre zugeordnet. Nach einem sowjetischen Ultimatum im Oktober 1939 war Ulmanis gezwungen, einen sowjetisch-lettischen Vertrag über „gegenseitige Unterstützung“ zu unterzeichnen, und erlaubte notgedrungen den Aufbau sowjetischer Militärstützpunkte in Lettland. Am 17. Juni 1940 wurde Lettland vollständig von der Sowjetunion besetzt. Anstatt einen nicht zu gewinnenden Krieg zu riskieren, hielt Ulmanis eine landesweit übertragene Rundfunkrede, in der er befahl, keinen Widerstand zu leisten. Er sagte: „Ich werde an meiner Stelle bleiben und Sie an Ihrer.“
Für den nächsten Monat kooperierte Ulmanis mit den Sowjets. Dann trat er als Ministerpräsident zurück und ernannte eine linke Regierung unter Führung von Augusts Kirhenšteins. Am 14. und 15. Juli fanden von der Sowjetunion kontrollierte Wahlen für eine „Volks-Saeima“ statt. Die neue „Volks-Saeima“ trat am 21. Juli mit nur einer Tagesordnung zusammen – einer Resolution, die Lettland zur Sowjetrepublik erklärte und die Aufnahme in die Sowjetunion anstrebte, die einstimmig angenommen wurde.
Am selben Tag trat Ulmanis als Staatspräsident zurück. Er bat die Sowjetregierung um eine Rente und die Erlaubnis, in die Schweiz auswandern zu dürfen. Stattdessen wurde er festgenommen und nach Stawropol in Russland geschickt, wo er unter Aufsicht ein Jahr lang in seinem ursprünglichen Beruf als Agronom arbeitete. Nach Beginn des deutsch-sowjetischen Krieges wurde er im Juli 1941 inhaftiert. Ein Jahr später, als deutsche Armeen Stawropol näher rückten, wurden er und andere Insassen in das Gefängnis in Krasnowodsk im heutigen Turkmenistan evakuiert. Auf dem Weg dorthin erkrankte er an der Ruhr und starb am 20. September 1942. Wo seine Grabstätte liegt, war und ist unbekannt.
Streit um die Bewertung dauert bis heute an
Kārlis Ulmanis, der durch die Demokratie in Lettland hatte aufsteigen können, der als nationalistisch agierender Diktator Lettland zu einem prosperierenden Nationalstaat auf Kosten von Individual- und Gruppenrechten machen wollte, war im Kampf um den Erhalt der Unabhängigkeit des lettischen Staates zwangsläufig gescheitert, zerrieben zwischen Hitler und Stalin.
Über den Charakter seines Regimes wird in der Geschichtswissenschaft, insbesondere in Lettland selbst, gestritten. Während auf der einen Seite die ökonomischen Erfolge hervorgehoben werden und es Ulmanis zugutegehalten wird, dass er schon wegen der zunehmend durch die nationalsozialistische Volkstumspolitik instrumentalisierten Deutschbalten auf Distanz zu Hitler blieb, sein Regime auch keine offen antisemitischen Züge trug, bezeichnen andere die Diktatur von Ulmanis als „faschistisch“ und „totalitär“. Tatsächlich war sein Regime auf einen Führerkult aufgebaut, auf eine Rhetorik der Ausgrenzung, auf Gewalt und Repression.
Dass Ulmanis in sowjetischer Gefangenschaft starb, verklärte den Diktator in den Augen mancher Letten. Sein diktatorisches Regime wurde in Anbetracht der sowjetischen Okkupation zu einer gleichsam „goldenen Zeit“ umgedeutet. Nach dem Ende der Sowjetunion wurde sein Großneffe Guntis Ulmanis 1993 wohl auch deshalb zum ersten Staatspräsidenten der Republik Lettland seit der Wiederherstellung der Unabhängigkeit gewählt, weil sich durch ihn an die positiv erinnerte Ulmanis-Zeit anknüpfen ließ.
Wenn auch unterdessen seine Diktatur auch im europäischen Vergleich kritischer bewertet wird, bleibt Ulmanis in der lettischen Erinnerungskultur präsent, ob in Form einer privat finanzierten Statue in Riga, die dort 2003 aufgestellt wurde, als Hauptfigur des Musicals „Vadonis“, das von 2009 bis 2011 im Nationaltheater in Riga gegeben wurde, oder über einen Straßennamen – in Riga wurde dafür etwa die Ernst-Thälmann-Straße umbenannt.
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