In ihnen entsteht situativ das Bild der Rahel mit ihrem Ehrgeiz und ihrem Selbstbewusstsein ebenso wie mit ihren Zweifeln und ihrem Schmerz, gehalten in einem impulsiven und emphatischen Duktus. Dieser entsprach ihrem Temperament ebenso wie dem Geschmack der Zeit, der der Individualität und Originalität huldigte. Der Reiz der Briefe liegt in ihrer scheinbaren Unmittelbarkeit, hinter der sich ein großes literarisches Können verbirgt. Briefe waren nämlich zur damaligen Zeit keine rein privaten Äußerungen; sie hatten einen halböffentlichen Charakter, waren wohlkomponiert und wurden so verfasst, dass sie weitergegeben und auch vorgelesen werden konnten.





