Warum nimmt sich das Deutsche Hygiene-Museum dieses Themas an?
Klaus Vogel: Ich will nicht verhehlen, dass uns unter anderem die gegenwärtigen Zeitumstände motivieren: das Wiederaufflammen von Rassismus, ein höchst ärgerlicher und menschenverachtender Alltagsrassismus, der immer stärker in unsere Gesellschaft einzudringen scheint, und sich mehrende rassistische Übergriffe. Aber auch die Geschichte unseres Hauses ist ein wichtiger Grund, um das Thema aufzunehmen: Das Deutsche Hygiene-Museum war seit 1933 – mit der Gleichschaltung des Museums – das populärwissenschaftliche Rassenkunde-Institut, das die Rassenpolitik der Nationalsozialisten und die daraus folgenden Vernichtungsprogramme in konkrete Propaganda ummünzte…
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