Der Begriff Räuber ist heute mit vielen Klischees belegt, die meist der literarischen Verarbeitung dieses Themas entstammen; das reicht von Schillers gleichnamigem Drama bis zum „Räuber Hotzenplotz“. Wer jedoch im 18. Jahrhundert einem Jauner, wie die Schreibweise damals noch lautete, gegenüberstand, dürfte die Situation als wenig romantisch empfunden haben. Notorische Verbrecher wie etwa der „Schinderhannes“ waren skrupellos: „Geld oder Leben!“ war ernst gemeint. Die Kriminellen profitierten von den vielen Kleinstaaten im deutschsprachigen Raum, eineFlucht ins „Ausland“ war leicht. Doch das Blatt wendete sich: Eifrige Amtmänner erstellten Fahndungslisten und jagten die Banden über Grenzen hinweg.