Knoblauch gegen Vampire und Fenchel gegen Husten, Wacholder im Schnaps und Safran für den Kuchen, Cayenne-Pfeffer für das innere Feuer und Hopfen zur Beruhigung, Anis für die Weihnachtsbäckerei und Kakao für die Leckermäuler. Diese Verwendungen und Wirkungen von Gewürzen sind allgemein bekannt. Aber hatten Sie schon mal Perlagonien im Fruchteis? Wußten Sie, daß im Botanischen Garten in Paris die als Abortivum bekannte Weinraute im einem Gitter geschützt wurde, weil junge Frauen die Bestände plünderten? Und warum steckten ostfriesische Bauern die Stengel von Gänseblümchen in die Zitzen ihrer Kühe? Dieses und vieles mehr kommt in der “Kleinen Kulturgeschichte der Gewürze” zur Sprache, die Hansjörg Küster, Professor für Pflanzenökologie an der Universität Hannover verfaßt hat. Menschen waren seit jeher erfinderisch in der Verwendung ihres Nahrungsangebots. Gewürze spielen dabei eine entscheidende Rolle. Die geschmackliche Verfeinerung der Speisen ist dabei nur ein Element, auch die Bekömmlichkeit unserer Nahrung wird nicht zuletzt durch die hinzugefügten Gewürze beeinflußt. Eine große Rolle spielten und spielen die würzenden Beigaben zudem bei der Konservierung von Lebensmitteln und in der Medizin. In diesem Buch werden in unterhaltsamer Weise viele bekannte, aber auch weniger geläufige Gewürze vorgestellt, so daß man ein umfassendes Bild über deren Anbau, Verwendung und Verbreitung erhält.
Rezension: Müller, Martina





