Der Schwerpunkt der Ausstellungen liegt auf Kunstwerken, welche die weiblichen Gemeinschaften für sich entworfen, bestellt oder geschaffen haben. Aber auch literarische Werke, Architektur, sowie die Gestaltung liturgischer und alltäglicher Gegenstände bis hin zur Kleidung finden im Ausstellungskatalog ausreichend Beachtung. In den Frauenklöstern entstand so eine ganz eigene Bilderwelt, die sich auf unterschiedlichste Weise von der Ausstattung männlicher Konvente abhob. Das dunkle Mittelalter, das, so noch immer die allgemeine Auffassung, für die Frauen noch dunkler gewesen sein muß, wird durch die Ausstellungen und, nicht zuletzt, durch den Katalog gehörig aufgehellt.
So begnügt sich der Katalog nicht nur mit eindrucksvollen Abbildungen, die einen faszinierenden Einblick in die Welt der Frauen im mittelalterlichen Klöstern bieten, sondern hinterfragt auch in zehn ausführlichen Essays das Bild der frommen Frau im Mittelalter im allgemeinen. Die Autoren befassen sich mit der Kunst, der Literatur, der Architektur, aber auch mit der Frage nach der Wirtschaftlichkeit, der Seelsorge und der Finanzierung der Frauenklöster.
Die Abbildungen werden ausführlich beschrieben und mit Hintergrundinformationen versehen. Außerdem bietet der Katalog noch ein Glossar, sowie ein umfangreiches Literaturverzeichnis. Das Thema Frauen und Kunst im Mittelalter wird durch Ausstellungen und Buch, im wahrsten Sinne des Wortes, in ein neues Licht gerückt.
Rezension: Marohn, Mariel





