Jakob Rosenfeld wuchs in der kleinen niederösterreichischen Gemeinde Wöllersdorf auf. Zur Welt gekommen war er 1903 in Lemberg (damals Galizien in Österreich-Ungarn, heute Ukraine). Sein Vater Michael und seine Mutter Regina stammten beide aus jüdischen Familien. In Galizien war Michael Rosenfeld Unteroffizier in einem Ulanenregiment gewesen. Seit dem Umzug der Familie 1910 nach Wöllersdorf arbeitete er als Militärbeamter in der dortigen staatlichen Munitionsfabrik.
Die Familie Rosenfeld hatte insgesamt fünf Kinder und lebte – auch dank eines Erbes – in einem stattlichen Haus. Jakobs Mutter war in Wöllersdorf für ihre Großzügigkeit bekannt, Kinder aus armen Familien wurden von ihr mit Lebensmitteln versorgt. Sie machte zudem Krankenbesuche und bot sogar den am meisten Gemiedenen, nämlich einer Roma-Familie, Unterkunft in ihrem Haus an. Für ihren Sohn Jakob war sie immer ein Vorbild.
Während Jakob in Wiener Neustadt das Gymnasium besuchte, brach der Erste Weltkrieg aus. Auch die Rosenfelds spürten die Not der Hungerjahre während des Kriegs. Jakobs Mutter hatte Mühe, weiter koscher zu kochen…
Autor: Prof. Dr. Gerd Kaminski
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