Ist der christliche Gott einer oder drei? Wie können Vater und Sohn eins sein? Ist der Sohn wirklich göttlich oder doch nur ein Mensch? Solche Fragen diskutierten die frühen Christen lebhaft. Was heute noch eine akzeptierte Ansicht war, konnte morgen bereits als Häresie gelten und zum Ausstoß aus der Kirche führen. Die Grenzen zwischen rechtem und falschem Glauben waren fließend. Das zeigt auch der Fall des Paulus von Samosata. Als er 260 zum Bischof seiner Heimatstadt am Euphrat ernannt wurde, galt seine theologische Position als konsensfähig. Für Paulus war Jesus ein Mensch, der erst durch die Taufe an Gott heranrückte und durch sein Leben und Wirken den Status eines „Adoptivsohns“ erlangte. Eine Vorstellung, die man Monarchianismus nennt. Schon bald wurde Paulus heftig angegriffen. Auf einer Kirchensynode im Jahr 260 verteidigte er seine Meinung noch erfolgreich, doch auf der Folgesynode 268 wurde er zum Häretiker erklärt und seines Amtes enthoben.