Am Ende waren es der Strapazen wohl zu viele gewesen: Als der 60-jährige Kaiser Otto I. 973 unerwartet in seiner Pfalz Memleben (im heutigen Sachsen-Anhalt) starb, lagen Jahrzehnte eines anstrengenden Lebens im Sattel hinter ihm, aber auch zahlreiche Triumphe. Der König des ostfränkischen Reichs hatte all das bewältigt, was deutsche Monarchen seiner Zeit als zentrale Herausforderungen verstanden und annahmen: zu Hause eine Machtbasis etablieren und dauerhaft sichern, Attacken von außen auf die Christenheit abwehren (so 955 durch den Sieg über die Ungarn), den Anspruch auf Herrschaft in Italien durchsetzen, vom Papst zum Kaiser gekrönt werden. Karl dem Großen nacheifernd, erneuerte Otto aus dem Haus der Liudolfinger damit die dauerhafte Verbindung der deutschen Monarchie mit dem römischen Kaisertum.