In 1000 Metern Höhe entstand 1883 das Südbahnhotel, dessen Geschichte Désirée Vasko-Juhász intensiv erforscht hat. Das „Passagiergebäude“ mit „60 Fremdenzimmern, Badeeinrichtungen, Spiel-, Rauch- und Damensalon, Post- und Telegraphenbureau mit Gasbeleuchtung und Wasserleitung“ (so die „Österreichische Touristenzeitung“) wurde in nur 15 Monaten erbaut. Man setzte auf die Kombination von einfacher, aber moderner Ausstattung mit bester Küche.
Die Konkurrenz durch weitere Hotels, aber auch veränderte Erwartungen des Publikums aus Adel und Hochfinanz zwang die Südbahngesellschaft schon bald zur Erweiterung der Hotelanlage. 1903 entstand das „Grandhotel Südbahn“ nach dem Typus des Palasthotels. Der Bau folgte nun mit seinem aufragenden Mittelturm, dem Fachwerk und den Zwiebeltürmchen der historistischen „Burg- und Schlossromantik“. Zugleich wurden mit reichverzierten Holzbalkonen und Buckelquadern am Gebäudesockel ländlich-alpine Bauelemente aufgenommen.
Die luxuriöse und zugleich moderne Innenausstattung (Beleuchtung und Belüftung mit neuester Technik), vielfältige Unterhaltung bis hin zum Kino und Sportangebote bis zur Skisprungschanze taten ihr Übriges: Das „Hotel Südbahn“ wurde das führende Haus Mittel- und Osteuropas. Der Niedergang aber begann 1938, als die Wehrmacht auf dem Terrain einen Gefechtsstand einrichtete. Im einstigen Grandhotel, in das nach dem Krieg die illustren Gäste nicht zurückkehrten, finden heute lediglich Festspiele statt – ansonsten ist die Zukunft des Juwels offen.





