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Queer im 18. Jahrhundert
Catharina Margaretha Linck alias Anastasius Lagrantinus Rosenstengel wurde 1721 wegen „Unzucht mit einem Weybe“ hingerichtet. Jahrelang hatte sie als Mann gelebt, sich unter anderem als Soldat durchgeschlagen. Als sie 1717 die junge Catharina Margaretha Mühlhahn heiratete, bahnte sich das Unheil an.
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Im Sommer 1720 ließ der Stadtrichter August Heinrich Meschmann zwei Frauen aus den Verliesen des Halberstädter Richthauses holen, um in einer Gegenüberstellung, einer sogenannten Confrontatio, endlich die ganze Wahrheit herausbekommen. Die eine der beiden, Catharina Margaretha Linck, hatte schon gestanden angesichts der Beweisstücke, die man in ihrer Hose gefunden hatte: „ein von Leder gemachtes ausgestopfftes Männliches Glied“, an das sie „zweÿ ausgestopffte von Leder gemachte testiculi gehänget“ hatte, sowie ein Horn mit einem Loch in der Spitze.
Die andere Frau, Catharina Margaretha Mühlhahn, behauptete aber immer noch, guten Glaubens einen Mann geheiratet zu haben. „Steiff und schlap“ habe er sein „Ding“ machen und damit pinkeln können, auch wenn er sich merkwürdig oft die Schuhe „bepißet“ habe, erklärte sie. Nackt habe sie ihn nie gesehen. Erst nach einem Jahr Ehe sei sie ihm auf die Schliche gekommen. Danach habe sie nicht mehr mit ihm verkehrt.
Was wusste die Ehefrau? Der Stadtrichter versucht, sich ein Bild zu machen
War das zu glauben? Stadtrichter Meschmann hatte die Aufgabe, das Verbrechen umfassend aufzuklären. War Catharina Margaretha Mühlhahn wirklich betrogen worden? Oder hatte sie womöglich umgekehrt der anderen „die lederne Wurst“ gleichfalls „appliciret“? Von der Antwort hingen Todesstrafe oder Freispruch ab.
In der Confrontatio sahen sich die beiden miteinander verheirateten Frauen zum ersten Mal wieder, nach Monaten in Schmutz und Dunkelheit, bei Hunger und Kälte. Die Mutter Mühlhahns hatte ihren falschen Schwiegersohn überführt und angezeigt. Meschmann hoffte auf Geschrei und Vorwürfe, die Mühlhahn aus der Fassung und vielleicht doch zu einem Geständnis bringen würden. Der Gerichtsschreiber sollte daher auch festhalten, wenn eine der beiden errötete oder erbleichte oder zu zittern begann.
Und tatsächlich – die Hauptangeklagte Linck schien sich rächen und Mühlhahn mit ins Verderben ziehen zu wollen. Sie erinnerte sie daran, „wie Sie ihr das lederne Ding einmahl in den Mund gesteckt, [da ] wäre Sie, die Linckin, splitter nackend gewesen, und habe die Coinquisitin Muhlhahnin ihr die Brüste befühlet, und also wohl wißen und fühlen können, ob das Ding leder oder Fleisch gewesen, allein es wiederspricht hierin die Coinquisitin derselben und saget: die Linckin wäre nicht nackend gewesen, Sie hätte das Hembde darum geschlagen gehabt, die Brüste hätte Sie wohl gefühlet, aber die Linckin hätte dabeÿ gesaget, viele Mannsleüte hätten solche Brüste“.
Der Richter dürfte geseufzt haben bei Mühlhahns Behauptungen – wenn er ihr nicht sogar vom Gerichtsdiener ein paar Schläge erteilen ließ für solchen Unsinn.
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Schönes Gesicht, kräftig und gut gebaut: ein junger Mann zum Verlieben
Drei Jahre zuvor war ein gewisser Anastasius Lagrantinus Rosenstengel in Halberstadt aufgetaucht. Er fand bei einem französischen Strumpfwirker Arbeit als Schönfärber und Kattundrucker und lernte in seiner Gemeinde, St. Paul, die 19-jährige Catharina Margaretha Mühlhahn kennen, die sich sofort in ihn verliebte. Rosenstengel war sprachgewandt, hatte schon viel von der Welt gesehen und sah hinreißend aus, war er doch „fort bien faite“, also sehr gut gebaut, und hatte ein „beau visage“, ein schönes Gesicht, wie der preußische General Friedrich Wilhelm von Grumbkow festhielt. Auf die Fragen nach seiner Herkunft antwortete Rosenstengel, sein Vater sei Berghauptmann in Guttenburg bei Prag gewesen.
Nichts hätte abwegiger sein können. Catharina Linck kannte ihren Vater nicht, einen Freier ihrer Mutter. Zu Pfingsten 1687 war sie in dem kleinen Marktflecken Gehofen im heutigen Thüringen unehelich zur Welt gekommen. In größter Armut schlugen sich Mutter und Tochter durch, bis sie beide 1696 in die soeben gegründeten Franckeschen Stiftungen in Glaucha bei Halle aufgenommen wurden: die Mutter als Magd, Catharina Margaretha als Waisenkind.
Dass dieses intelligente Mädchen aus der Gosse lesen und schreiben lernte und profunde Bibelkenntnisse erwarb, half ihr später bei zahllosen Abenteuern aus der Patsche. Mit 13 Jahren wurde sie aus dem Waisenhaus entlassen. Zwei Jahre lang eignete sie sich bei einem hallischen Knopfmacher und Baumwolldrucker genügend handwerkliche Kenntnisse an, um später etwa bei dem Strumpfwirker in Halberstadt arbeiten zu können.
Doch mit 15 lief sie weg und wanderte allein saaleabwärts nach Calbe, wo sie „bei Freunden“, wie sie später angab, zum ersten Mal ihre Frauen- in Männerkleider tauschte: Kniehosen, Strümpfe und Schuhe, einen Rock (Justaucorps) und einen Dreispitz.
Offensichtlich hatte sie die körperlichen Voraussetzungen dafür, als Mann durchzugehen. Sie war groß und stark – alles andere erledigten die Kleider, die in Zeiten strikter Vorschriften Sein, Stand und Geschlecht bestimmten. Jeder, der Catharina Linck in Hosen sah, hielt sie für einen Jüngling. Dass sie in einer bartlosen Zeit lebte, in der sich Männer regelmäßig rasierten, war von Vorteil. Vermutlich band sie sich mit einem Streifen Stoff die Brüste ab. Ihren Zopf musste sie nur lösen, denn auch Männer trugen die Haare weit über die Schultern.
Der junge Mann wusste, dass er in seiner neuen Tracht nicht nach Halle zurückkehren konnte. Er schloss sich einer radikalpietistischen Wandersekte an und wurde in Nürnberg noch einmal getauft, und zwar von der „Prophetin Eva Langin, außerhalb der Stadt in einem Strohm, im Nahmen Jehova Almajo Almejo, in Gegenwart einer großen Menge“.
Seinen „angenommenen Nahmen Anastasius Lagrantinus Rosenstengel“ hätte sich Thomas Mann nicht schöner ausdenken können: „Anastasius“, „der Auferstandene“, zielte nicht nur auf die religiöse Wiedergeburt durch die Erwachsenentaufe, sondern auch auf den Mann, der Catharina Linck sein wollte. Sein neuer Nachname vereinte gar Weibliches und Männliches – wie die ganze Person: Rosen und Stengel. „Lagrantinus“ schließlich war eine völlig freie Erfindung. Betonte der Kunstname bewusst eine selbstgeschaffene Identität? Alle drei Namen zusammen offenbarten nicht zuletzt eine gute Prise Humor und Selbstironie. Um keine Vorentscheidung über ihre oder seine Identität zu treffen, soll von Catharina Linck die Rede sein, wenn sie für ihre Umwelt eine Frau war, und von Anastasius Rosenstengel, wenn er für einen Mann gehalten wurde.
Mit der Taufe glaubte Rosenstengel, die Gabe erworben zu haben, als Medium Gottes zu den Menschen sprechen zu können. Zwei Jahre zog er mit der radikalpietistischen Sekte umher. Doch seine Karriere als Prophet verlief zweifelhaft. Nachdem er in Köln einem Kaufmann prophezeit hatte, er könne übers Wasser gehen, und dieser die Probe aufs Exempel wagte und dabei fast ertrunken wäre, wurde Rosenstengel von der Gruppe verjagt.
Desertiert – nur die Beichte rettet ihn vor dem Galgen
Daraufhin heuerte er 1705 bei den Truppen des Kurfürstentums Hannover als Musketier an. Nach Dienstschluss ging Rosenstengel regelmäßig zu „unterschiedlichen Mädgens unter denen Soldaten“, also zu Prostituierten; zudem habe sie auch „unterschiedliche Wittwen caressiret, welche den ledernen penem befühlet, auch damit gespielet, und doch nicht erkandt“, gestand Catharina Linck später dem Stadtrichter Meschmann. „Sie wäre manchmahl gantze Meilen“ – eine preußische Meile maß damals über sieben Kilometer – „nach einem schönen Weibes Menschen gelauffen und alles was Sie erworben, hätte sie daran gewand [für Frauen aufgewendet].“
Als Rosenstengel im Frühsommer 1708 auf einem Feldzug im Spanischen Erbfolgekrieg ahnte, dass er und seine Kameraden bald als Kanonenfutter in der Schlacht bei Oudenaarde herhalten sollten, desertierte er, wurde jedoch bald wieder eingefangen und zum Tod durch den Strang verurteilt. Buchstäblich unterm Galgen hatte der 21 Jahre alte Rosenstengel nur noch eine Chance: Er gab sich als Frau zu erkennen. Die Hinrichtung wurde ausgesetzt, Catharina Linck eingesperrt, aber nach 16 Wochen entlassen. Obwohl sie drei Jahre lang als Soldat gedient und ihren Mann gestanden hatte, betrachteten die Offiziere sie nun als Frau, die in diesem Krieg nichts zu suchen hatte und demnach auch nicht als Deserteur zu verurteilen war. Frauenverachtung rettete ihr das Leben.
Statt jedoch wie befohlen in die Heimat zurückzukehren, diente Anastasius Rosenstengel noch weitere vier Jahre bei verschiedenen Regimentern, bis 1712 der Krieg zu Ende ging. Wieder zu Hause in Halle, fand Catharina Linck Arbeit beim Universitätstuchmacher und testete die Toleranz ihrer Mitmenschen, indem sie nun auch hier ab und an Männerkleider trug – bis nach ein paar Jahren ein Zwischenfall mit einem Werbekommando eine offizielle Untersuchung ihres Körpers im Rathaus veranlasste. Weil sie eindeutig eine Frau war, mussten die Rekrutenwerber zwar von ihr ablassen – zugleich verlangte man aber von ihr, sich auch als solche zu verhalten.
Doch Catharina Linck war nicht bereit, fortan nur als Frau zu leben. In dieser Situation halfen ihr zwei Studenten, Johann Heinrich und August Friedrich Pott, an deren radikalpietistischen Zusammenkünften Linck teilgenommen hatte. Sie ebneten Anastasius Rosenstengel den Weg in ihre Heimatstadt Halberstadt.
Von seiner Vorgeschichte erzählte der Schönfärber hier natürlich nichts. Sowie er jedoch mit Catharina Margaretha Mühlhahn das Aufgebot bestellen wollte, munkelte man im Ort, Rosen-stengel stamme nicht aus dem fernen Böhmen, sondern aus dem nahen Halle, wo er schon Frau und Kinder habe. Die Mutter der Braut zweifelte sogar offen am Geschlecht des Bräutigams und wollte bei einem Spaziergang nackte Tatsachen sehen. Züchtig zeigte sich der Bräutigam jedoch nur dazu bereit, seiner Braut seine Männlichkeit vorzuführen. Seine zukünftige Schwiegermutter stellte dieser Beweis nicht zufrieden. Unter vier Augen forderte sie daher ihre Tochter auf, in der Hochzeitsnacht auf jeden Fall nachzufühlen, ob Rosenstengel wirklich ein Mann sei.
Nach der Trauung geht es bald nur noch bergab
Kurz nach der Trauung am 12. September 1717 kam es zu Verwerfungen. Anastasius Rosenstengel verlor seine Anstellung und verkaufte die Aussteuer seiner Frau: Leinen, Bettwäsche, Kleider, alles zusammen im Wert von etwa 80 Reichstalern, was einem
bescheidenen Jahreseinkommen entsprach. Daraufhin warf die Schwiegermutter ihren Schwiegersohn aus dem gemeinsamen Haushalt und drang auf Scheidung, zumal er ihr weiterhin nicht geheuer war. Dem Pfarrer von St. Paul, Israel Clauder, hatten die Hallenser Pietisten vom Waisenhaus mittlerweile „wegen des PseudoRosenstengelii Beschaffenheit … Nachricht gegeben, worauf jener mit seiner jungen Frau sich auß dem Staube gemacht hat“.
Mehrere Monate blieb den Rosen-stengels nichts anderes übrig, als bettelnd über Land zu ziehen. Ihre Lage besserte sich erst, als sie im Spätsommer 1718 Münster erreichten, wo sich Anastasius Rosenstengel ausgerechnet im Jesuitenkolleg als armer Sohn von Täufern vorstellte, der in Sorge um sein Seelenheil Rat und Unterstützung der Jesuiten erbitte. Offensichtlich wusste er genau, was das Wort „Täufer“ in Münster auslöste.
Umgehend stellte die Gesellschaft Jesu Rosenstengel als Torhüter an. Doch die Aufnahme ins Kolleg mussten die Rosenstengels nach einem Jahr mit dem Konfessionswechsel bezahlen: Beide ließen sich im Winter 1719/20 von Pater Ludolf Schaumburg in der Basilika St. Petri zuerst katholisch taufen und dann noch einmal trauen.
Für Rosenstengel, der dieses Mal die Namen Johannes Lagrantinus annahm, war dies die dritte Taufe seines Lebens, die er als pragmatischer Überlebenskünstler vermutlich unbeteiligt über sich ergehen ließ. Catharina Rosenstengel dagegen hatte Skrupel und beteuerte später gegenüber Richter Meschmann, nur die Armut habe sie zu diesem Schritt verleitet.
Spätestens seit diesem erzwungenen Konfessionswechsel schien ihr der Preis, den sie in dieser Ehe zahlen musste, allzu hoch. Sie hatte erst ihre Aussteuer, dann ihr Zuhause verloren, nun auch noch ihre Konfession, und gewonnen hatte sie dafür Armut und Schläge, die ihr Mann ihr verabreichte, wann immer sie sich beklagte.
Als die Rosenstengels das Kolleg im Frühjahr 1720 verlassen mussten, kehrte die Ehefrau nach Halberstadt zu ihrer Mutter zurück. Ihr Mann begleitete sie, verabschiedete sich jedoch vor den Toren der Stadt, um ein Zusammentreffen mit der Schwiegermutter zu vermeiden. Rosenstengel wanderte weiter nach Helmstedt, wo er erneut die Konkurrenz der christlichen Konfessionen um die zur Seligkeit zu führenden Schäfchen ausnutzte: Nun ließ er sich für ein sattes Patengeld wieder lutherisch taufen. Rosenstengel begab sich nach Halberstadt, um seine Frau abzuholen, mit der er sich, wie in Helmstedt schon arrangiert, ein drittes Mal trauen lassen wollte.
Die Schwiegermutter lässt den Schwindel auffliegen
Doch fand er Ende Mai 1720 in Halberstadt seine Frau krank im Bett vor; als er sie streichelte, kam es zu einem heftigen Wortgefecht zwischen ihm und seiner Schwiegermutter, die erneut seine Genitalien sehen wollte. Ins Handgemenge mischte sich eine Nachbarin, die sich seinen Degen schnappte. Die beiden Frauen überwältigten den vermeintlichen Mann, fesselten ihn auf einen Stuhl und schlitzten ihm die Hose auf. Was sie entdeckten, dürfte sie überrascht haben. Mit den Beweisstücken begab sich die Schwiegermutter zum Stadtgericht und zeigte Anastasius Rosenstengel an.
Doch trat sie nicht nur einen Prozess gegen ihren falschen Schwiegersohn, sondern auch gegen die eigene Tochter los. Beide wurden einer Inquisition unterworfen, der damals einzigen Form des Strafprozesses. Hatten sich die beiden Frauen der „Sodomiterey“ schuldig gemacht, die Artikel 116 der „Peinlichen Gerichtsordnung Karls V.“ (1532) streng bestrafte? Darin hieß es: „Straff der vnkeusch, so wider die natur beschicht. … so eyn mensch mit eynem vihe, mann mit mann, weib mit weib, vnkeusch treiben, die haben das leben verwürckt, vnd man soll sie der gemeynen gewohnheyt nach mit dem fewer vom leben zum todt richten.“
Zwei Halberstädter Ärzte fanden an Catharina Linck „gar nichts hermaphroditisches, vielweniger Männliches, sondern Sie schlechterdings als eine Weibes Person beschaffen“. Und deshalb musste Meschmann herausfinden, ob die Ehefrau, Catharina Margaretha Mühlhahn, wirklich ein „einfältig Mägdgen“ war, das nichts Genaues über die Anatomie des Mannes wusste, oder ob sie absichtlich die Frau in Männerkleidern geheiratet hatte. Doch auch in der Confrontatio legte sie kein Geständnis ab. Obwohl sie sich in Widersprüche verwickelte, gelang es Meschmann nicht, Mühlhahn zu überführen.
Inquisitionsprozesse unterteilten sich in ein vor Ort untersuchendes und in ein oft weit entferntes urteilendes Gericht. Bevor der Inquirent Meschmann die Verhörprotokolle an ein solches übergeordnetes Spruchkollegium schickte, fragte er Catharina Linck, wie sie ihre eingestandenen Verbrechen und Sünden vor Gott und den Menschen rechtfertigen wolle. Sie antwortete: „Wenn Sie auch schon aus dem Wege geraümet würde, so bliebe doch dergleichen.“
„Dergleichen“: eine erstaunlich moderne Persönlichkeit
Was hat sie, was hat er bloß mit „dergleichen“ gemeint? Frauen in Männerkleidern? Frauen, die Frauen lieben? Äußerlich als Frauen geborene Männer? Leider geht aus ihrer Wendung nur hervor, dass sie „dergleichen“ für etwas hielt, das immer wieder vorkommt und von dem sie überzeugt war, es würde auch zukünftig wieder auftreten. Ihre/seine wechselnden Identitäten machten Catharina Margaretha Linck alias Anastasius Lagrantinus Rosenstengel zu einer überraschend modernen, fluiden Persönlichkeit jenseits aller modernen Kategorisierungsversuche. Lehrt uns Linck/Rosenstengel gar, einengende Zuschreibungen gelassen hinter uns
zu lassen? Nicht nur mit „queer“, „lesbisch“ oder „trans“ ist recht wenig gesagt – auch mit „männlich“ und „weiblich“. Es bleibt möglicherweise nur „dergleichen“.
Catharina Linck wurde am 7. oder 8. November 1721 auf dem Fischmarkt in Halberstadt enthauptet. Catharina Mühlhahn musste eine dreijährige Zuchthausstrafe verbüßen.
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