Im Sommer 1720 ließ der Stadtrichter August Heinrich Meschmann zwei Frauen aus den Verliesen des Halberstädter Richthauses holen, um in einer Gegenüberstellung, einer sogenannten Confrontatio, endlich die ganze Wahrheit herausbekommen. Die eine der beiden, Catharina Margaretha Linck, hatte schon gestanden angesichts der Beweisstücke, die man in ihrer Hose gefunden hatte: „ein von Leder gemachtes ausgestopfftes Männliches Glied“, an das sie „zweÿ ausgestopffte von Leder gemachte testiculi gehänget“ hatte, sowie ein Horn mit einem Loch in der Spitze.
Die andere Frau, Catharina Margaretha Mühlhahn, behauptete aber immer noch, guten Glaubens einen Mann geheiratet zu haben. „Steiff und schlap“ habe er sein „Ding“ machen und damit pinkeln können, auch wenn er sich merkwürdig oft die Schuhe „bepißet“ habe, erklärte sie. Nackt habe sie ihn nie gesehen. Erst nach einem Jahr Ehe sei sie ihm auf die Schliche gekommen. Danach habe sie nicht mehr mit ihm verkehrt.





