In der DDR gab es wie in vielen anderen industriellen Gesellschaften Arbeitskräftemangel, der etwa zu Beginn der 1960er Jahre eklatant wurde. Unter anderem sollte der Bau der Mauer das Problem minimieren, doch auch danach war es notwendig, Arbeitskräfte aus anderen Ländern zu akquirieren. Da in einigen Staaten des sozialistischen Lagers Unterbeschäftigung herrschte, wurde mit Ungarn und Polen ein Arbeitskräfteprogramm, zumeist verbunden mit Qualifizierungsmaßnahmen, vereinbart. Die Bezeichnung „Vertragsarbeiter“ entstand erst nach dem Mauerfall, als in der Bundesrepublik sozialisierte Journalisten und Historiker ein Pendant zu dem Begriff „Gastarbeiter“ suchten. In der DDR wurden die zumeist jungen Menschen als „ausländische Werktätige“ bezeichnet.