Eine Besonderheit sind aus Wachs gearbeitete und daher sehr empfindliche Opfergaben. Der Einzige, der sie herstellen durfte, war der Lebzelter (Lebkuchenbäcker). Er goss flüssiges Wachs in Model, ließ es aushärten und bemalte es anschließend. Eine große Sammlung dieser Model besaß der Lebzelter Hans Hipp aus Pfaffenhofen an der Ilm. Sein Sohn präsentiert diese Kollektion, aber auch viele dieser „wächsernen Hilferufe“ in einem Prachtband.
Vielgestaltig können die Wachsopfer sein: Vor allem Körperteile wie Augen, Kopf, Arme, Beine oder Hände wurden oft dargebracht: Sie stehen für körperliche Gebrechen und den Wunsch nach Heilung, den ein mangelhaftes Gesundheitssystem oft nicht erfüllen konnte. Aber auch Nutztiere wie Pferde und Kühe ebenso wie Haus und Hof wollte man durch ein Votiv bewahrt wissen. Mit einem flammenden Herzen wiederum bezeugte man „brennende“ Liebe für Maria oder Christus. Fein ausgearbeitete Kleidung und Gesichtszüge besaßen betende männliche oder weibliche Gestalten, die „Votanten“.
Andere Gaben spiegeln alte Bräuche: Neugeborene etwa wickelte man zur „Festigung“ der Glieder in Leintücher und umschnürte sie mit Bändern. Diese „Fatschenkinder“ tauchen sehr häufig als Wachsvotiv auf. Sinnfällig wird, wie inständig Frauen mit ihnen eine glückliche Geburt und, gerade in einer Zeit hoher Kindersterblichkeit, Gesundheit für ihre Sprösslinge erflehten.





