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Welcher Weg führt nach Rom?
Das Erlangen der Kaiserkrone war für Otto I. ein schwieriges Unterfangen. Zuvor musste nicht nur der König von Italien in die Schranken gewiesen werden, schlimmer noch: Ottos Sohn Liudolf probte zuvor den Aufstand.
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Am 2. Februar 962 wurde Otto I. zusammen mit seiner Gemahlin Adelheid von Papst Johannes XII. in Rom feierlich zum Kaiser gekrönt. Das geschah in der alten Peterskirche, die der römische Kaiser Konstantin der Große über dem Grab des Apostelfürsten hatte erbauen lassen. Hier war im Jahr 800 bereits der fränkische Herrscher Karl der Große zum Kaiser gekrönt worden.
Otto hatte viel investiert, um diesen Triumph feiern zu können: Er war rund 1500 Kilometer quer über die Alpen nach Süden gezogen und hatte Berengar II., den König Italiens, militärisch in die Knie gezwungen. Warum hatte er diese Strapazen auf sich genommen, um nach Rom zu kommen und in der Peterskirche gekrönt zu werden?
Kaiser und Papst – die „Doppelspitze“ der Christenheit
Anders gewendet: Welche Bedeutung besaß das Kaisertum im 10. Jahrhundert? Otto gewann damit zwar wenig reale Macht hinzu, weil er keine neuen Gebiete erhielt, aber er stand nun ideell zusammen mit dem Papst an der Spitze der Christenheit. Zu ihrer Lenkung waren beide berufen, der Papst in geistlichen, der Kaiser in weltlichen Angelegenheiten.
Der Kaiser hatte die Pflicht, die römische Kirche zu schützen und die Christenheit gegen äußere Feinde zu verteidigen. Ein neues Siegel demonstrierte diese Stellung: Es zeigte ihn mit den Insignien seiner Herrschaft, Krone, Zepter und Reichsapfel, also einer Weltkugel mit aufgesetztem Kreuz.
Wohl um ihre Gleichwertigkeit zu betonen, überreichten einander Kaiser und Papst vor der Zeremonie in Rom reiche Geschenke: Otto offerierte dem Papst Edelsteine, Gold und Silber, und dieser revanchierte sich mit Gaben aus dem schier unermesslichen Reliquienschatz der römischen Kirche, darunter ein Stab vom Rost des Märtyrers Laurentius. Am Tag dieses Heiligen, dem 10. August, im Jahr 955 hatte Otto seinen großen Sieg über die Ungarn errungen.
Otto befand sich mit der Kaiserkrönung 962 auf dem Höhepunkt seiner Macht. Wie aber war es dazu gekommen? Begonnen hatte diese Entwicklung mit dem Tod König Lothars von Italien Ende November 950. Das damalige Königreich Italien war wie das Ostfrankenreich aus den Teilungen des karolingischen Frankenreichs im 9. Jahrhundert hervorgegangen und umfasste Oberitalien sowie die heutige Toskana.
Lothars Nachfolge trat Berengar II. von Ivrea an, ein Enkel Berengars I., der von 888 bis 924 in Italien regiert hatte. Eine spätere Quelle behauptet, Berengar II. habe seinen Sohn mit Lothars junger Witwe Adelheid verheiraten wollen. Sicher ist, dass er Adelheid im April 951 gefangen setzen ließ, weil er vermutlich in ihr eine Bedrohung für seine Herrschaft sah.
Adelheid war nicht nur dank ihres Witwenguts eine mächtige Frau, sondern auch durch ihre familiäre Herkunft aus dem (hoch)burgundischen Königsgeschlecht, das eng mit Otto verbündet war. So lag es nahe, dass der ostfränkische König zugunsten Adelheids intervenierte, nachdem sie im August 951 aus der Gefangenschaft geflohen war.
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Otto war seit dem Tod seiner ersten Frau Editha 946 ebenfalls verwitwet. Aus seiner Sicht bot sich eine Verbindung mit Adelheid an. Ob diese ihn tatsächlich zu Hilfe gerufen oder es gar weitergehende Pläne gegeben hat, darüber ist in den Quellen nichts zu finden. Aus Ottos Vorgehen wird deutlich, dass es ihm um die Herrschaft über Italien und möglicherweise sogar bereits zu diesem Zeitpunkt um das Kaisertum ging.
Aber zunächst überstürzten sich die Dinge in einer Art und Weise, die kaum in Ottos Interesse gelegen haben kann. Sein Sohn Liudolf, seit kurzem Herzog von Schwaben, zog noch vor dem Vater nach Italien. Vermutlich wollte Liudulf Otto gefallen, er erreichte aber das Gegenteil, nicht zuletzt, weil sein Zug kläglich scheiterte. Dafür war weniger Berengar II. als vielmehr Ottos Bruder Heinrich von Bayern verantwortlich. Er machte seinen Einfluss in Oberitalien geltend, so dass Liudolf der Zugang zu Burgen und Städten verweigert wurde. Onkel und Neffe verfolgten anscheinend jeweils eigene Interessen in Oberitalien. Unverrichteter Dinge kehrte der Königssohn zum Vater zurück.
Kurz darauf brach Otto selbst nach Süden auf. Heinrich und Liudolf begleiteten ihn zusammen mit anderen Fürsten, unter ihnen Konrad der Rote, Herzog von Lothringen, Schwiegersohn des Königs und daher Schwager Liudolfs.
Bereits Ende September konnte Otto in Pavia einziehen, der damaligen Hauptstadt Italiens; Berengar war in eine seiner abgelegenen Burgen geflohen. Kurz darauf übernahm Otto die Königsherrschaft in Italien; entsprechend führte er nun einen neuen Königstitel: „König der Franken und Langobarden“ oder auch „König der Franken und Italiker“. Ähnlich hatte auch der Königstitel Karls des Großen gelautet, nachdem er knapp 200 Jahre zuvor das Langobardenreich in Italien erobert hatte.
Otto stellte sich also dezidiert in die Tradition des großen Frankenherrschers. In diese Richtung weist auch eine Gesandtschaft, die er nach Rom schickte, um über seinen Empfang in der Ewigen Stadt zu verhandeln. Dabei stand auch die Krönung zum Kaiser zur Debatte, aber Papst Agapet II. und Alberich, der weltliche Machthaber Roms, lehnten ab. Ohne diese Rückendeckung war der Zug nach Rom sinnlos.
Neue Konstellationen in der Königsfamilie
Inzwischen waren Otto und Adelheid verheiratet. Bei der Zeremonie in Pavia hatte Heinrich von Bayern eine herausragende Funktion übernommen und die Braut zu seinem Bruder geleitet. Dass Heinrich diese ehrenvolle Aufgabe übernahm, ist wohl ein Indiz dafür, dass er Liudolf in der Gunst des Königs überflügelt hatte. Zudem musste Liudolf davon ausgehen, dass Adelheid bald Kinder zur Welt bringen würde, und ein kleiner Halbbruder konnte über kurz oder lang seine Stellung als Thronfolger gefährden.
Über all das beunruhigt, kehrte er nach Norden zurück und demonstrierte seine Unzufriedenheit, indem er in Saalfeld 951 das Weihnachtsfest „mit königlichem Pomp“ feierte, so der Zeitgenosse Adalbert von Magdeburg. Aber mehr als Protest war dies nicht – noch nicht.
Vielleicht irritiert über das Verhalten seines Sohnes und enttäuscht über die Absage aus Rom, entschloss Otto sich zur Heimkehr. Konrad der Rote blieb in Italien und begann, mit Berengar zu verhandeln. Anscheinend erzielten sie rasch eine Einigung: Kurz nach Ostern 952 erschienen Konrad und Berengar in Magdeburg.
Entgegen der Erwartung vieler Großen des Reiches segnete der König die Abmachung aber nicht ab. Heinrich von Bayern hatte das Abkommen sabotiert und brachte seinen Bruder Otto sogar dazu, Berengar zu demütigen, indem er ihn erst nach drei Tagen empfing und dann nach Italien zurückschickte. Diese Entscheidung war zugleich auch eine Herabsetzung Konrads des Roten. Vor aller Augen hatte der König gegen seinen Vorschlag und damit gegen ihn als Person entschieden. Konrad war sicherlich zutiefst in seiner Ehre gekränkt.
Berengar wiederum sah sich nun mit härteren Bedingungen konfrontiert als zuvor. Im August musste er in Augsburg erscheinen und Ottos Vasall werden, der ihn daraufhin mit Italien belehnte. Auch Heinrich erhielt einen Anteil: Fast das gesamte nordöstliche Oberitalien fiel an ihn. Damit fungierte er als eine Art Aufpasser über Berengar, gegen den er bei Bedarf sehr schnell vorgehen konnte.
Mit diesem Aufstieg Heinrichs konnten sich jedoch Liudolf und Konrad der Rote nicht abfinden. Der Königssohn war zwar in Augsburg noch anwesend gewesen, aber als Adelheid dann einen Sohn gebar, sah er die Zeit zum Handeln gekommen. Beim Osterfest, das Otto 953 in der Pfalz Ingelheim feiern wollte, sollte er von den Anhängern Liudolfs gefangen genommen werden.
Der König wurde vor dem Komplott gewarnt und zog sich nach Mainz zurück. Doch der dortige Erzbischof Friedrich stand eher auf der Seite Liudolfs. Als Liudolf und Konrad in die Stadt kamen, versicherten sie dem König, ihre Feindschaft richte sich nicht gegen ihn, sondern allein gegen Heinrich. Otto ließ sich auf ein Abkommen unbekannten Inhalts mit ihnen ein und konnte die Stadt verlassen.
Bald darauf erklärte er jedoch die Abmachung mit Liudolf und Konrad für ungültig und forderte von ihnen die Auslieferung ihrer führenden Gefolgsleute, was beide verweigerten. Daraufhin setzte Otto seinen Schwiegersohn als Herzog von Lothringen ab; sein Bruder Brun, der Erzbischof von Köln, wurde dessen Nachfolger.
Die Fronten waren nun klar, und Anfang Juli 953 begann der König mit der Belagerung von Mainz, die sich jedoch lange hinzog. In der Zwischenzeit liefen viele Adlige zu Liudolf und Konrad über, so dass Otto sich erneut auf Verhandlungen einlassen musste.
Liudolf und Konrad baten ihn zwar fußfällig um Verzeihung, die Waffen wollten sie aber nur niederlegen, falls ihre Helfer straffrei blieben. Erneut mischte sich Heinrich von Bayern ein und verspottete den Neffen. Die Verhandlungen scheiterten, und viele wiesen Otto die Schuld zu. Weitere Parteigänger verließen ihn, während Liudolf ein Coup gelang: Mit der Unterstützung etlicher bayerischer Großer konnte er Regensburg, den Hauptort Bayerns, besetzen und düpierte damit den Onkel.
Der Kampf gegen die Ungarn bringt für den König die Wende
Ottos Lage wurde immer verzweifelter. Innerhalb kürzester Zeit war er vom Aspiranten auf die Kaiserwürde zu einem König geworden, der drauf und dran war, seine Macht als König oder sogar seine Herrschaft zu verlieren. Zu Ottos Glück veränderte ein unvorhergesehenes Ereignis die Lage grundlegend. Anfang 954 erschienen ungarische Reiter zunächst in Bayern und zogen plündernd durch das Land. Sie hatten wohl von den Kämpfen zwischen Vater und Sohn erfahren und wollten diese Situation ausnutzen.
Liudolf wollte sich von ihnen befreien und gab ihnen laut dem Chronisten Widukind von Corvey ortskundige Führer mit, die ihnen anscheinend den Weg in das östliche Franken und dann weiter nach Westen wiesen. Die Kunde von diesem verräterischen Verhalten änderte die Lage schlagartig: Liudolf hatte sein Ansehen verspielt, und viele seiner Anhänger wechselten nun die Seiten.
Im Frühjahr 954 kam eine Waffenruhe zustande, und im Sommer unterwarf sich Konrad der Rote dem König. Liudolf setzte den Kampf zunächst fort, sah aber bald die Ausweglosigkeit seiner Lage. Er trat dem Vater während einer Jagd in Thüringen barfüßig entgegen, warf sich zu Boden und bat um Vergebung. Otto verzieh ihm, aber Liudolf verlor das Herzogtum Schwaben. Seine Stellung als Thronfolger blieb wohl unangetastet.
Die Ungarn waren 954 über Lothringen, das Westfrankenreich und Italien in ihre Heimat zurückgekehrt. Im folgenden Jahr erschienen sie erneut in Bayern. Das ursprünglich aus den Steppen Asiens stammende Volk hatte seit dem ersten Auftauchen im heutigen Ungarn Ende des 9. Jahrhunderts lange Zeit aufgrund der schnellen und beweglichen Kampfweise zu Pferd als unbesiegbar gegolten. Die unbeweglichen fränkischen Heere hatten dem zunächst nichts entgegenzusetzen.
Der Einfall des Jahres 955 verlief allerdings völlig anders als früher. Es handelte sich nicht um einen schnellen Raubzug, sondern die Ungarn begannen, die Stadt Augsburg zu belagern. Üblicherweise umgingen sie größere Städte einfach. Die Vermutung liegt nahe, dass sie von ehemaligen Anhängern Liudolfs, die ihren Widerstand fortsetzten, zu Hilfe gerufen worden waren. Ein Unterstützer des Königs wie Bischof Ulrich von Augsburg war daher ein ideales Ziel für den ungarischen Angriff.
Als Otto von dem Einfall erfuhr, zog er mit einem aus Bayern, Böhmen, Franken und Schwaben bestehenden Heer zum Entsatz der belagerten Stadt heran. Im Westen von Augsburg – das Lechfeld wird erst in späteren Quellen als Ort genannt – kam es am 10. August 955 zur Schlacht. Die Ungarn konnten Ottos Heer zunächst umgehen und von hinten angreifen, doch Konrad der Rote rettete die Lage, fiel jedoch im Verlauf des weiteren Kampfes. In einer kritischen Situation soll der König eine flammende Ansprache gehalten und die Heilige Lanze ergriffen haben. Danach scheint ein entschlossener Angriff seiner Krieger den Sieg gebracht zu haben.
Laut Widukind von Corvey wurde Otto noch auf dem Schlachtfeld von seinen Kriegern zum Imperator, zum Kaiser, ausgerufen. Das ist zwar vermutlich nur eine Stilisierung durch den Chronisten, traf aber wohl die Stimmung im Reich.
Unmittelbar nach dem Sieg über die Ungarn gelangen Otto auch Erfolge gegen die Slawen östlich der Elbe. Dabei gingen militärische Unterwerfung und christliche Missionierung Hand in Hand. Schon vor der Schlacht gegen die Ungarn hatte er gelobt, im Fall eines Sieges dem Tagesheiligen Laurentius ein Bistum in Merseburg zu errichten.
Weiter plante er, das Bistum Halberstadt nach Magdeburg zu verlegen und zum Erzbistum zu erheben. Dies bedeutete einen fundamentalen Eingriff in die kirchlichen Verhältnisse, denn diese Region gehörte zum Erzbistum Mainz. Otto rechnete wohl nicht mit dem Widerstand seines unehelichen Sohns Wilhelm, den er kurz zuvor zum Erzbischof erhoben hatte, so dass die Angelegenheit vorläufig im Sand verlief.
In Italien hatte Berengar II. die zwischenzeitliche Schwäche Ottos genutzt, um sich wieder mehr Bewegungsfreiheit zu sichern – Ottos Bruder Heinrich war 955 an einer Krankheit gestorben. Der König reagierte, indem er 956 Liudolf über die Alpen entsandte, um gegen Berengar vorzugehen. Der Königssohn war durchaus erfolgreich und konnte sogar in Pavia einziehen. Im Herbst des Jahres 957 wollte er dann über die Alpen zurückkehren, starb aber Anfang September in der Nähe des Lago Maggiore.
Otto beweinte zwar diesen Verlust, aber aus der Rückschau betrachtet war nun seine Lage erheblich einfacher: Nun war auch die letzte Person, die ihm gefährlich werden konnte, verstorben, und seine Nachfolge war geklärt: Der rund zweijährige Otto, sein und Adelheids Sohn, würde dereinst König werden.
Kaiserkrönung 962: Otto I. auf dem Höhepunkt seiner Macht
Auch Berengar II. profitierte von Liudolfs Ableben. Ungehindert baute er seine Macht aus und besetzte sogar Gebiete, die eigentlich dem Papst unterstanden. Johannes XII. (955 – 964) bat daher Otto im Herbst 960 um Hilfe und bot ihm im Gegenzug die Kaiserkrönung an. Der König akzeptierte und bereitete seinen Zug sorgfältig vor. Er ließ seinen gleichnamigen Sohn zum Mitkönig erheben und vertraute ihn Wilhelm von Mainz an, der damit die Regierungsgeschäfte übernahm. Im Spätsommer 961 überquerte Otto die Alpen und fand erneut keine rechte Gegenwehr, weil Berengar sich wieder in seine Burgen zurückzog.
Die Kaiserkrönung war wohl zunächst nach dem Vorbild Karls des Großen für den Weihnachtstag vorgesehen, aber trotz ihres Bündnisses misstrauten Papst und König einander und verhandelten daher intensiv über die Details. Schließlich verzichtete Otto darauf, die Regierungsgewalt über Rom ohne vorherige Absprache mit dem Papst auszuüben. Am 31. Januar 962 erreichte er mit seinem Heer die Ewige Stadt. Zwei Tage später krönte Johannes XII. ihn und Adelheid.
Der neue Kaiser stand auf dem Höhepunkt seiner Macht und seines Ansehens. Aber wie so oft blieb die Geschichte nicht stehen: Fast drei Jahre lang musste Otto gegen Berengar kämpfen, um seine Herrschaft durchzusetzen. Johannes XII. fiel von Otto ab und näherte sich Berengar an; ihn ließ der neue Kaiser daher 963 absetzen und durch den loyaleren Leo VIII. ersetzen. Johannes konnte aber noch einmal nach Rom zurückkehren, und erst sein Tod 964 klärte die Verhältnisse.
Weitere Konflikte waren zu bestehen, so dass Otto erst zum Ende des Jahres in sein angestammtes Reich zurückkehrte. Im Mai 965 war er bei seinem Bruder Brun zu Gast, dem Erzbischof von Köln, und präsentierte sich als Kaiser und Familienpatriarch: Zu einem glänzenden Hoftag erschienen seine Schwester Gerberga, die westfränkische Königin, zusammen mit ihren Söhnen Lothar und Karl, und seine Schwägerin Judith, die Witwe Heinrichs von Bayern, zusammen mit ihrem Sohn Heinrich; dazu kamen Ottos Mutter Mathilde, seine Gemahlin Adelheid und seine Kinder, Otto (II.) und Mathilde. Damit wurde deutlich: Die Herrschaft im einstigen Frankenreich war auf den neuen Kaiser Otto und seine Familie übergegangen.
Otto I. war in den vergangenen 15 Jahren durch Höhen und Tiefen gegangen, hatte Fehler begangen und Erfolge gefeiert. In der Rückschau mutet all das wie eine Erfolgsgeschichte an, aber mehrfach hing sein politisches Überleben an einem seidenen Faden. Am Ende hat er mit Glück und Ausdauer alle Widerstände überwunden und konsequent die sich bietende Gelegenheit genutzt, um die Kaiserwürde zu erlangen. Auch wenn Karl der Große möglicherweise sein Vorbild war – auf Biegen oder Brechen hatte Otto nicht nach dem Kaisertum gestrebt, sondern sich dabei am Machbaren orientiert.
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